{"id":3891,"date":"2018-10-24T15:22:50","date_gmt":"2018-10-24T14:22:50","guid":{"rendered":"https:\/\/visegradpost.com\/?p=3891"},"modified":"2025-06-05T15:29:15","modified_gmt":"2025-06-05T14:29:15","slug":"im-hinblick-auf-die-kommenden-europawahlen-steht-viktor-orban-gegenuber-brussel-und-dem-globalismus-gesamte-rede","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/visegradpost.com\/de\/2018\/10\/24\/im-hinblick-auf-die-kommenden-europawahlen-steht-viktor-orban-gegenuber-brussel-und-dem-globalismus-gesamte-rede\/","title":{"rendered":"Im Hinblick auf die kommenden Europawahlen steht Viktor Orb\u00e1n gegen\u00fcber Br\u00fcssel und dem Globalismus \u2013 GESAMTE REDE"},"content":{"rendered":"<h5 style=\"text-align: center;\">Viktor Orb\u00e1ns Festrede zum 62. Jahrestag der Revolution und des Freiheitskampfes von 1956<\/h5>\n<p style=\"text-align: center;\"><em>23. Oktober 2018, Budapest<\/em><\/p>\n<p>Sehr geehrte Gedenkende! Meine sehr geehrten Damen und Herren!<\/p>\n<p>Laut eines Lehrsatzes der Mathematik ist das Produkt der Multiplikation zweier negativer Zahlen immer eine positive Zahl. Das ist eine schwer verst\u00e4ndliche Wahrheit. Wenn wir diese seltsame Wahrheit in die Sprache der Geschichte \u00fcbersetzen, dann zeichnen sich vor uns pl\u00f6tzlich die Grundz\u00fcge der ungarischen Geschichte ab. Beinahe jede unserer Revolutionen und Freiheitsk\u00e4mpfe gingen mit einem negativen Ergebnis zu Ende; Niederlage, Opfer, Vergeltung. Doch daraus wurde irgendwie am Ende ein positives Schlussergebnis; Erhaltenbleiben, Heimat und Freiheit. Dies ist ein wahres Mysterium, das jeder unserer nationalen Feiertage in Erinnerung ruft.<\/p>\n<p>Meine sehr geehrten Damen und Herren!<\/p>\n<p>1955 marschierten die sowjetischen Truppen aus \u00d6sterreich hinaus. Damals hatten wir bereits schon zehn Jahre unter sowjetischer Besatzung gelebt. In Ungarn bestimmten die Einsch\u00fcchterung, die Willk\u00fcr, die Deportierungen, die Logik der sowjetischen Welt die Ordnung unseres Lebens. Ein jeder sp\u00fcrte, wenn es so weiterging, dann w\u00fcrde unter dem Druck der kommunistischen Barbarei jene Kultur, jene christliche, ungarische Kultur zerfallen, auseinanderfallen und sich in ihre Atome aufl\u00f6sen, die im Laufe von tausend Jahren die einander folgenden Generationen geschaffen hatten. Das \u00dcbel schien unvermeidbar zu sein. Im Laufe eines halben Jahrhunderts haben wir zweimal zwei Drittel des Territoriums von Ungarn zusammen mit den Millionen dort lebender Ungarn verloren, und jetzt bedrohte den Rest Ungarns, auch das Herz des historischen Ungarns, die kulturelle Vernichtung. Der Ungar ist kein Gl\u00fccksspieler, er setzt seine Heimtat nicht gern aufs Spiel, er geht nur ungern auf Abenteuer mit einem zweifelhaften Ausgang ein. Wenn es sein muss, kann er auch ohne Hoffnung k\u00e4mpfen, doch hat er es lieber, wenn sowohl das Heldentum als auch der n\u00fcchterne Verstand auf seiner Seite stehen. Die Freiheitsk\u00e4mpfer von 1956 haben eine vern\u00fcnftige Entscheidung getroffen. Die Sowjets sind aus \u00d6sterreich abgezogen, die ungarischen Kommunisten stie\u00dfen sich gegenseitig die Dolche in ihre R\u00fccken, und die freie westliche Welt ermunterte uns sowie versprach uns Hilfe. Auf der einen Seite die Hoffnungslosigkeit der sicheren Verderbnis, auf der anderen Seite die niemals mehr wiederkehrende letzte M\u00f6glichkeit. Man musste es versuchen. Und sie haben es auch versucht. Auf eine Weise, wie das nur wir, Ungarn, k\u00f6nnen. Mit dem Tod verachtenden Mut, unsere schlechten Diskussionen hinter uns lassend, in vollkommener Einheit und reinen Herzens. In einer Einheit, wie wir uns die Heimat genommen hatten, mit einem derartigen todesverachtenden Mut wie bei N\u00e1ndorfeh\u00e9rv\u00e1r gegen die T\u00fcrken und derart reinen Herzens, wie in der Revolution im M\u00e4rz 1848. Ehre den Helden!<\/p>\n<p>Meine sehr geehrten Damen und Herren!<\/p>\n<p>Mit jedem Jahr, mit dem wir uns von 1956 entfernen, sind jene immer weniger, die Anteil an jenen Tagen hatten oder deren Zeugen waren. Von vielen Veteranen, mit denen wir noch im vergangenen Jahr gemeinsam gedenken konnten, mussten wir uns seitdem verabschieden. Aus den \u201ePester Jungs\u201c sind seitdem Gro\u00dfv\u00e4ter geworden, und die einstigen Setzlinge an der \u00dcll\u0151i Stra\u00dfe, deren Bl\u00e4tter damals den Rauch des Schie\u00dfpulvers der Corvin-k\u00f6z eingeatmet haben, besitzen inzwischen einen beachtlichen Umfang. Doch auch seitdem kommen wir jedes Jahr zusammen, ganz gleich, ob es regnet oder st\u00fcrmt, und so wird es auch jedes Jahr am 23. Oktober sein, so lange Ungarn auf der Erde leben. Faludy hat richtig formuliert: 1956 ist f\u00fcr uns kein Andenken und ist nicht Geschichte, sondern es ist unser Herz und unser R\u00fcckgrat. In Ungarn gab es nach 1956 noch vierunddrei\u00dfig Jahre lang die kommunistische Diktatur. Man muss leben. Wir haben so gelebt, wie wir konnten. Es ist noch nicht so lange her, wir erinnern uns noch; verbarrikadierter Horizont, schlechte Abmachungen, Heuchelei, Sichverstecken, schiefe Seitenblicke, verschlossene Herzen und Misstrauen. Der kalte Alltag der Diktaturen stutzt normalerweise die W\u00fcrde des Menschen zur\u00fcck, und selbst nach ihrem Untergang pflegen Leere, wenig Lebenskraft und Kleinlichkeit zu bleiben. Dem sind wir, Ungarn, entkommen, hiervor haben uns die sechsundf\u00fcnfziger Freiheitsk\u00e4mpfer gerettet. Wir sind dankbar, dass uns nicht die Erinnerung an ein f\u00fcnfzig Jahre w\u00e4hrendes Halbdunkel beschieden war. Wir haben nicht das Beispiel der menschlichen Schw\u00e4che, nicht das der Entzweiung, sondern das des Mutes, des Heldentums und der Gr\u00f6\u00dfe auf den Weg mitbekommen. Nur so war es m\u00f6glich, dass wir, Ungarn, selbst noch w\u00e4hrend der kommunistischen Unterdr\u00fcckung auf unsere Heimat stolz sein konnten.<\/p>\n<p>Meine sehr geehrten Damen und Herren!<\/p>\n<p>Wir, Ungarn, k\u00f6nnen am besten jammern, wir, Ungarn, k\u00f6nnen am sch\u00f6nsten klagen, und wir, Ungarn, k\u00f6nnen uns selbst am ehrlichsten beweinen. Wir sind die Gro\u00dfmeister des Besingens der v\u00f6lligen Hoffnungslosigkeit und Aussichtslosigkeit, selbst unsere Hymne sagt: \u201eUnd weh, Freiheit erbl\u00fcht nicht aus dem Blut der Toten.\u201d Und dabei stehen wir hier, eintausend und hundert Jahre nach der Landnahme, tausend Jahre nach der Gr\u00fcndung des christlichen ungarischen Staates, als eine der \u00e4ltesten Nationen Europas, nachdem wir Besatzer und Besetzungen \u00fcberlebt haben. Die Kaiser des m\u00e4chtigen Heiligen R\u00f6mischen Reiches Deutscher Nation, die Khane des m\u00e4chtigen mongolischen Reiches, die Sultane des noch m\u00e4chtigeren Osmanischen Reiches und dann die m\u00e4chtigsten sowjetischen Parteigeneralsekret\u00e4re wollten alle, dass es uns nicht einmal geben solle. Inmitten des un\u00fcberschaubaren germanischen und slawischen Meeres sind wir doch immer irgendwie erhaltengeblieben. Was ist das, wenn nicht eine echte, eine vollkommene Erfolgsgeschichte? Meine Damen und Herren, dies ist die Mathematik der ungarischen Geschichte: die vielen-vielen Minusse haben irgendwie ein Plus ergeben.<\/p>\n<p>Sehr geehrte Gedenkende!<\/p>\n<p>Das Mysterium des ungarischen Erhaltenbleibens ist nicht zu entr\u00e4tseln. Die Gegend, der die Wunder entspringen, pflegt dem neugierigen menschlichen Verstand verborgen zu bleiben, aber das Herz kann doch etwas von den Ursachen erahnen. Unter den Ursachen des Erhaltenbleibens der Ungarn muss sich irgendwo die ewige ungarische Heldenhaftigkeit befinden. Dob\u00f3 lie\u00df den schwarzen Sarg auf die Mauern der Burg von Eger (Erlau) hochziehen, Szondi hieb mit weggeschossenen Bein bis zum letzten Moment auf seine Feinde ein, Zr\u00ednyi unternahm in seinen sch\u00f6nsten Kleidern den Ausbruch aus der Burg Sziget, \u201eEs lebe die Heimat!\u201d rief der erste ungarische Ministerpr\u00e4sident, als er vor dem Exekutionskommando stand. Und hier sind sie. Die in den drei\u00dfiger Jahren geborenen Pester Jungs, die in ihren Zehnern, h\u00f6chstens in ihren Zwanzigern waren, denen vom Leben Krieg, verdunkelte Fenster, Angst, Weinen in der Nacht, Pferdekadaver, Schutzr\u00e4ume und die Belagerung Budapests zuteil geworden war. Dann nach dem Krieg die das Land besetzenden Sowjets, die Tr\u00fcmmer der zerschossenen und zerbombten Stadt. Ein Land, ihre Heimat, die ihnen noch nie etwas gegeben hatte. Eine Nation, die nichts anderes bieten konnte, als an ihren Qualen teilzuhaben. Doch als der erste Lichtstrahl erschien, dass ihre Heimat vielleicht frei sein k\u00f6nnte, die erste Chance darauf, dass sich die Nation ihrer Zwangsweste entledigen k\u00f6nne, die erste sich r\u00fchrende Hoffnung, dass Ungarn erneut ein ungarisches Land sein k\u00f6nnte, da wussten sie, was sie zu tun hatten, und sie gingen los, ohne nachzudenken. Die Pester Jungs, die nie etwas von ihrer Heimat bekommen hatten, die aber alles, was sie besa\u00dfen, f\u00fcr sie opferten. Wahrlich ist ihr Platz im Pantheon des ewigen ungarischen Heldentums.<\/p>\n<p>Meine sehr geehrten Damen und Herren!<\/p>\n<p>Als wir nach beinahe einem halben Jahrhundert der sowjetischen Besatzung und der kommunistischen Unterdr\u00fcckung unsere Freiheit wiedererlangen und wir endlich die faulende Luft der Welt der Genossen aus unseren Lungen hinausblasen konnten, dachten wir, wir seien heimgekehrt. Ungarn ist seit tausend Jahren Teil des christlichen Europa. Europa sind wir. Weil wir auch damals Europ\u00e4er geblieben waren, als man uns in Jalta verkauft und auch \u201956, als man uns in Stich gelassen hat. Nachdem die Sowjets gegangen waren, hatten wir das Gef\u00fchl, wir k\u00f6nnten uns beruhigen, endlich sei unsere Geschichte, unsere Kultur und unsere weltpolitische Situation miteinander in Einklang gekommen, wir k\u00f6nnten unseren Platz in Europa erneut einnehmen, in der Familie der freien Nationen, die auf der Grundlage der christlichen Kultur, des nationalen Selbstbewusstseins und der menschlichen W\u00fcrde steht. Alles schien so sch\u00f6n angeordnet zu sein. Wir h\u00e4tten nicht einmal im Traum daran gedacht, dass 29 Jahre nach der Befreiung der geknechteten Nationen, dem Fall der Berliner Mauer, der Wiedervereinigung des entzweigerissenen europ\u00e4ischen Kontinents die europ\u00e4ischen V\u00f6lker, und mit ihnen auch wir, Ungarn, einer lange nicht mehr gesehenen Kraftprobe entgegenblicken. Wir h\u00e4tten uns nicht einmal im Traum vorstellen k\u00f6nnen, dass Europa nicht durch eine \u00e4u\u00dfere milit\u00e4rische Bedrohung, nicht durch amerikanische oder russische Bestrebungen in Gefahr geraten w\u00fcrde, sondern durch sich selbst. Wer h\u00e4tte gedacht, dass der erfolgreichste Kontinent des Erdballs, der die bl\u00fchendste Kultur, die modernste Technik, die besten Schulen der Welt, das h\u00f6chste jemals in der Geschichte der Menschheit erreichte Lebensniveau erschaffen hat, im Laufe von einigen Jahren auf den absteigenden Ast ger\u00e4t, und an den Rand des Untergangs gedr\u00e4ngt wird?<\/p>\n<p>Meine sehr geehrten Damen und Herren!<\/p>\n<p>Die europ\u00e4ischen Menschen werden als Kinder von Nationen geboren. Wenn der europ\u00e4ische Mensch auf die Welt kommt, ist er ein Deutscher, ein Franzose, ein Italiener, ein Pole oder eben ein Ungar. Das ist nat\u00fcrlich in der Geschichte und der Natur. Wenn das Kind zu sprechen beginnt, dann spricht es seine ersten Worte auf Polnisch, auf Kroatisch, auf Schwedisch, auf Englisch oder eben auf Ungarisch, deshalb ist Europa anders als die anderen Kontinente. Europa ist die Heimat der Nationen, und kein Schmelztiegel. Wer h\u00e4tte nach alldem denken k\u00f6nnen, dass der Europa schon mehrfach in Tr\u00fcmmern hinter sich zur\u00fccklassende imperiale Gedanke erneut sich verbreiten k\u00f6nnte? Wer h\u00e4tte gedacht, dass andere uns sagen wollen, mit wem wir in unserer eigenen Heimat zusammenleben sollten? Wer h\u00e4tte gedacht, dass auf Grundlage von kreierten Anschuldigungen Ungarn oder Polen attackiert und gegen\u00fcber Rum\u00e4nien und der Slowakei, ja sogar Italien Drohungen ausgesprochen werden w\u00fcrden?<\/p>\n<p>Meine sehr geehrten Damen und Herren!<\/p>\n<p>Die Gr\u00f6\u00dfe, die Kraft und den Ruhm Europas ergaben die miteinander gleichzeitig konkurrierenden und kooperierenden Nationen. Die Nationen respektierten gegenseitig ihre Rechte, sie verteidigten die Interessen ihrer B\u00fcrger, sie konnten gut zusammenarbeiten und profitierten gemeinsam von den Segnungen des Friedens, des Wachstums und der Sicherheit. Die in den Herzen der Patrioten lebende Leidenschaft inspirierte Selbstaufopferung, Uneigenn\u00fctzigkeit, wissenschaftliche Durchbr\u00fcche und gewaltige Sch\u00f6pfungen der Kunst. Wir, Ungarn, haben uns vor anderthalb Jahrzehnten einem solchen Europa, dem Europa der Nationen angeschlossen. Wir haben die Einladung Helmut Kohls und Jacques Chiracs angenommen und nicht die Eroberungen Napoleon Bonapartes oder des Dritten Reiches akzeptiert. Wir, Ungarn, haben genug unter den Imperien gelitten. Jedes wollte aus uns gute Untertanen schnitzen. Sie haben nicht verstanden, dass wir eine Heimat besitzen, und die Heimat keine Untertanen hat, sondern Kinder. Seitdem haben sie vielleicht gelernt, dass die Ungarn die imperialen Absichten schon von weitem riechen und die Statthalter fr\u00fcher oder sp\u00e4ter vertreiben. Im besseren Fall.<\/p>\n<p>Meine Damen und Herren!<\/p>\n<p>Europa wurde nicht durch die selbstbewussten Nationen, sondern durch die Sehns\u00fcchte nach der Errichtung eines Imperiums auf den falschen Weg gef\u00fchrt. Die Versuche, ein Reich zu errichten, und jene, die dies unternahmen, sind f\u00fcr die schrecklichen Kriege des 20. Jahrhunderts, das unz\u00e4hlbare Leid und die mehrfache Verw\u00fcstung des bl\u00fchenden Europa verantwortlich. Der nationale und der internationale Sozialismus, der Faschismus und der Kommunismus verfolgten alle imperiale Wunschtr\u00e4ume. \u00dcbernationale Ideen, im Schmelztiegel hergestellte Menschenarten neuen Typs, Gesch\u00e4ftsprofite vorher nie gesehenen Ausma\u00dfes und die all das garantierende globale, das hei\u00dft imperiale Regierung. Dies war, und so scheint es, dies blieb auch jene gro\u00dfe Versuchung, die sich immer und immer wieder in die Seelen der M\u00e4chtigen Europas einnistet. Heute werden in Br\u00fcssel erneut imperiale M\u00e4rsche gespielt. Es stimmt zwar, dies ist eine andere Melodie, als es die alte war. Heute wird nicht mit Waffen erobert. Wir wissen sehr gut, dass Br\u00fcssel nicht Stambul, nicht Moskau, nicht das Berlin des Deutschen Reiches, ja nicht einmal Wien ist. Von Br\u00fcssel aus wurde niemals erobert, von Br\u00fcssel aus wurden nur Kolonien verwaltet. Wir aber waren niemals Kolonie und auch keine Kolonialisten, wir haben niemandem seine Heimat weggenommen, und gerade deshalb wollen wir auch niemandem die unsere geben.<\/p>\n<p>Sehr geehrte Gedenkende! Meine sehr geehrten Damen und Herren!<\/p>\n<p>Br\u00fcssel wird heute von denen beherrscht, die an die Stelle des B\u00fcndnisses der freien Nationen ein europ\u00e4isches Reich w\u00fcnschen. Ein europ\u00e4isches Reich, dass nicht durch die gew\u00e4hlten f\u00fchrenden Politiker der V\u00f6lker, sondern durch die Br\u00fcsseler B\u00fcrokraten gesteuert wird. Heute sind wir bereits an dem Punkt angelangt, dass auch in zahlreichen europ\u00e4ischen L\u00e4ndern die Anh\u00e4nger des europ\u00e4ischen Reiches regieren. Deshalb k\u00f6nnen wir wissen, wie jene sch\u00f6ne neue Welt aussehen wird, wenn es nach ihrem Willen geht. In zunehmender Zahl tauchen M\u00e4nner im wehrf\u00e4higen Alter von anderen Erdteilen und aus anderen Kulturen auf, und noch zu unseren Lebzeiten formen sie die europ\u00e4ischen Gro\u00dfst\u00e4dte nach ihrem Ebenbild, dabei die alteingesessenen europ\u00e4ischen Einwohner langsam aber sicher in die Minderheit dr\u00e4ngend. Der Terror wird zu einem Bestandteil des gro\u00dfst\u00e4dtischen Lebens. Die sich auf den Rechtsstaat berufende politische Manipulation wird allt\u00e4glich. Und die Rede- und Pressefreiheit erstreckt sich soweit, wir ihre Ansichten wiedergegeben werden.<\/p>\n<p>Meine sehr geehrten Damen und Herren!<\/p>\n<p>Jene, die aus der Europ\u00e4ischen Union ein europ\u00e4isches Reich machen wollen, sind ausnahmslos Bef\u00fcrworter der Einwanderung. Sie haben das Hereinlassen der Migranten zum Ma\u00dfstab des Europ\u00e4ertums erhoben, und sie erwarten, dass jedes Land und jedes Volk sich ohne zu z\u00f6gern in ein multikulturelles Land und multikulturelles Volk umformen soll. Heute sehen wir schon, dass sie mit Absicht ihre gewaltige Polizei- und milit\u00e4rische Kraft nicht genutzt, Europa absichtlich nicht vor den Massen der Migranten besch\u00fctzt haben. Wenn wir dazu in der Lage waren, h\u00e4tten auch sie es sein k\u00f6nnen. Nicht die F\u00e4higkeit fehlte, sondern der Wille. Die Br\u00fcsseler Avantgarde und die anderen, nationalstaatenfeindlichen f\u00fchrenden Politiker betrachten die Migration auch heute noch als eine Chance und M\u00f6glichkeit. Als eine Chance, die Europ\u00e4ische Union der Nationalstaaten durch ein multikulturelles Reich mit gemischter Bev\u00f6lkerung, das zur Einheitlichkeit gegl\u00e4ttet werden soll, abzul\u00f6sen. Ein Europa ohne Nationalstaaten, eine von ihren nationalen Wurzeln abgetrennte Elite, ein B\u00fcndnis mit den multinationalen Kraftgruppierungen, eine Koalition mit den Finanzspekulanten. Das w\u00e4re hier das Paradies von George Soros.<\/p>\n<p>Meine sehr geehrten Damen und Herren!<\/p>\n<p>Wir schreiben jetzt den Oktober, aber in Europa denkt jetzt schon ein jeder an den Mai. Die Wahlen zum Europ\u00e4ischen Parlament werden entscheiden, in welche Richtung der Wagen Europas weiterrollen soll. Die europ\u00e4ischen V\u00f6lker m\u00fcssen sich eine Zukunft w\u00e4hlen. Auch wir, Ungarn, d\u00fcrfen nicht schweigen. Wenn die Trompeten unsicher erklingen, dann k\u00f6nnen wir uns auch nicht um die wichtigste und wahrhaftigste Sache gruppieren. Wir m\u00fcssen die Schranken betreten, und jene hervorrufen, die an das Europa der Nationen glauben, man muss die Fahne des freien und starken Europa schwingen. W\u00e4hlen wir die Unabh\u00e4ngigkeit und die Zusammenarbeit der Nationen anstatt der globalen Regierung und Kontrolle. Weisen wir die Ideologie des Globalismus zur\u00fcck und unterst\u00fctzen wir an ihrer statt die Kultur des Patriotismus. Die Welt kann reicher, die Menschheit kann besser sein, wenn die bunte Welt der Nationen die Erde bev\u00f6lkert. Wir glauben daran, dass jede Nation eigent\u00fcmlich ist, auf ihre eigene Weise einzigartig, und den ihr anvertrauten Winkel der Welt hell erleuchten kann. Das haben wir bereits 1956 gedacht, ja wir haben hierf\u00fcr rebelliert. Wir verehren unsere Kultur, die unsere Freiheit aufrechterh\u00e4lt und sch\u00fctzt. Wir glauben an die starken Familien, wir sehen unsere Traditionen und unsere Geschichte als besondere an, wir feiern unsere Helden, und vor allen Dingen lieben wir unsere Heimat. Wir wollen und werden nicht auf sie im Interesse irgendeiner imperialen oder globalen Regierung verzichten. Wir wollen unsere nationalen Gef\u00fchle nicht ausl\u00f6schen, sondern wir ermuntern sie, ja lassen ihnen ihren freien Lauf, damit sie die in den ungarischen Menschen steckenden F\u00e4higkeiten und ihr Talent befreien und freisetzen. Die Geschichte lehrt, dass in den souver\u00e4nen L\u00e4ndern die Freiheit erhalten bleibt, die Demokratie langwierig ist und Friede herrscht.<\/p>\n<p>Sehr geehrte Gedenkende!<\/p>\n<p>Gedenken wir den Freiheitsk\u00e4mpfern von \u201956, rufen wir uns die Pester Jungs in Erinnerung, w\u00e4hlen wir die Zukunft des Patriotismus und des nationalen Stolzes!<\/p>\n<p>Vorw\u00e4rts Ungarn!<\/p>\n<hr \/>\n<p><em>\u00dcbersetzung der Rede zur Verf\u00fcgung gestellt durch das Amt f\u00fcr internationale Kommunikation der ungarischen Regierung.<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Viktor Orb\u00e1ns Festrede zum 62. Jahrestag der Revolution und des Freiheitskampfes von 1956 23. Oktober 2018, Budapest Sehr geehrte Gedenkende! Meine sehr geehrten Damen und Herren! Laut eines Lehrsatzes der Mathematik ist das Produkt der Multiplikation zweier negativer Zahlen immer eine positive Zahl. Das ist eine schwer verst\u00e4ndliche Wahrheit. 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