{"id":3939,"date":"2020-08-24T15:52:56","date_gmt":"2020-08-24T14:52:56","guid":{"rendered":"https:\/\/visegradpost.com\/?p=3939"},"modified":"2025-06-05T15:55:11","modified_gmt":"2025-06-05T14:55:11","slug":"viktor-orbans-rede-bei-der-einweihung-der-gedenkstaette-der-zusammengehoerigkeit-gesamte-rede","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/visegradpost.com\/de\/2020\/08\/24\/viktor-orbans-rede-bei-der-einweihung-der-gedenkstaette-der-zusammengehoerigkeit-gesamte-rede\/","title":{"rendered":"Viktor Orb\u00e1ns Rede bei der Einweihung der Gedenkst\u00e4tte der Zusammengeh\u00f6rigkeit \u2013 GESAMTE REDE"},"content":{"rendered":"<div>\n<div><strong>Ungarn<\/strong>\u00a0\u2013\u00a0<em>Trotz der aufgrund der Anti-Covid-19-Ma\u00dfnahmen eingeschr\u00e4nkten Feierlichkeiten wurde der heurige 20. August durch die Einweihung eines Denkmals in Erinnerung an das Vor-Trianon-Ungarn in Budapest gekennzeichnet, dessen hundertsten Jahrestags heuer gedacht wird. Am Ende des Ersten Weltkrieges erlitt Ungarn, das in den Krieg verwickelt war, weil es ein wesentlicher Bestandteil des Habsburgerreichs war, den schwersten und mit Sicherheit ungerechtesten Vertrag. Ungarn verlor in der Tat zwei Drittel seines Territoriums und seiner Bev\u00f6lkerung. Zwar war ein Gro\u00dfteil dieser Gebiete von nationalen Minderheiten mit nicht-ungarischer Mehrheit besiedelt, aber auch mehr als drei Millionen Ungarn wurden \u00fcber Nacht von ihrem Vaterland getrennt. Dieses Ereignis pr\u00e4gt seit hundert Jahren die Geschichte und die Politik Ungarns bzw. wird immer noch als nationales Trauma angesehen. Anl\u00e4sslich der Einweihung dieses Gedenkdenkmals hielt Ministerpr\u00e4sident Viktor Orb\u00e1n eine Rede, die Sie hier vollst\u00e4ndig nachlesen k\u00f6nnen:<\/em><\/div>\n<div><\/div>\n<div style=\"text-align: center;\"><strong><br \/>\nViktor Orb\u00e1ns Rede bei der Einweihung der Gedenkst\u00e4tte der Zusammengeh\u00f6rigkeit<\/strong><\/div>\n<\/div>\n<div>\n<p style=\"text-align: center;\"><em>20. August 2020, Budapest<\/em><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Sehr geehrter Herr Staatspr\u00e4sident! Herr Parlamentspr\u00e4sident! Gener\u00e4le, Offizierinnen und Offiziere! Sehr geehrte Gedenkende! Meine Damen und Herren!<\/p>\n<p>Am 20. August m\u00fcssen wir uns daran erinnern, dass die ein eigenes Zuhause, eigenen Boden, eine eigene Heimat gebende selbst\u00e4ndige Staatlichkeit eher einen Ausnahmezustand des Lebens der V\u00f6lker darstellt als einen nat\u00fcrlichen Seinszustand. Ein Volk, das sich nach einer eigenen Heimat sehnt, das sein Leben entsprechend seiner eigenen Gesetze und eigenen Sitten einrichten will, und tausend Jahre zeugen davon, dass das ungarische so ein Volk ist, so ein Volk muss auch dann in jeder Minute um seine Souver\u00e4nit\u00e4t und seine Freiheit k\u00e4mpfen, wenn dies unserem in der Gesch\u00e4ftigkeit des Alltags lebenden Volk auch nicht immer offensichtlich ist. Bequemlichkeit, Engstirnigkeit, politischer Leichtsinn, das \u201eLebe f\u00fcr den heutigen Tag\u201c, das \u201eDir steht alles und sofort zu\u201c sind die in der Regel immer wiederkehrenden Gefahren unserer Geschichte. Dies hebt die Taten unserer Staatsgr\u00fcnder an den h\u00f6chsten Punkt der ungarischen Geschichte. Es ist eine seltene Gnade, wenn alle strategischen Entscheidungen der einander folgenden Generationen sich als richtig erweisen. Sie haben das Karpatenbecken, das am besten zu verteidigende Siedlungsgebiet Eurasiens als Ziel vor Augen gehabt. Statt der Wanderung haben sie die Ansiedlung, statt eines losen Stammesbundes haben sie einen zentralisierten Staat, statt einer nomadischen Glaubenswelt haben sie das westliche Christentum gew\u00e4hlt. Die vermutlich deutlich zahlreicheren V\u00f6lker vor Ort haben sie erobert, die auf uns einst\u00fcrmenden westlichen imperialen Heere haben sie zermalmt, die innere Auflehnung haben sie niedergeschlagen, und sie haben mit einem atemberaubenden Aufbau des Landes begonnen. Was f\u00fcr Zeiten, was f\u00fcr eine Gr\u00f6\u00dfe, was f\u00fcr ein Ruhm und was f\u00fcr eine beispiellose Leistung! Bis heute k\u00f6nnen wir nicht verstehen, woher das Wissen, die das Land errichtende Bildung, das den Staat organisierende Talent und die die Herzen erhebende, tiefe, seelische Ernsthaftigkeit. Wir verstehen nicht, woher all das kam, doch wissen wir, dass sich unser Land in den krisenhaften Momenten, an den Rand der Schlucht der Vernichtung gedr\u00e4ngt sich wieder und immer wieder einen Weg bahnt, aufbegehrt, die wer wei\u00df woher heranstr\u00f6menden Ungarn am Kragen packt und in Formation stellt, und es wird erneut Gr\u00f6\u00dfe, Ruhm und ein auf staunenswerte Weise im Aufbau begriffenes Land geben. Dankbarkeit und Dank \u2013 nur soviel k\u00f6nnen wir sagen, aber soviel m\u00fcssen wir zumindest am 20. August sagen, uns daran erinnernd, wie viel Tatkraft, Zielstrebigkeit, Talent, Blut, Opfer und Heldentum dazu notwendig waren, damit wir heute hier stehen k\u00f6nnen. Ruhm Istv\u00e1n, dem K\u00f6nig der Ungarn!<\/p>\n<p>Ich gr\u00fc\u00dfe unsere Offiziere, die ihren Eid abgelegt haben. Heute wissen nur wenige, welch wichtige Rolle auf Sie in der Gestaltung der Zukunft des seine Selbstachtung gerade zur\u00fcckgewinnenden, aus den hundert Jahren Einsamkeit von Trianon gerade ausbrechenden, den Geschmack und den Pfad der alten Gr\u00f6\u00dfe wieder findenden, die elenden Fetzen der Kleingl\u00e4ubigkeit und der Erniedrigung gerade abwerfenden Ungarn wartet. Nicht nur wegen der zunehmenden Kraft der Waffen erwartet Sie eine wichtige Rolle, obwohl auch diese nicht untersch\u00e4tzt werden sollte. Umso mehr aus dem Grund, da Sie ab heute die Treuh\u00e4nder einer alten ungarischen Lebensweisheit sind, die lautet: Das Leben ist Pflicht. Diese alte Wahrheit beginnt zu verblassen, und die Mode der Zeit \u00fcberzieht sie wie Rost derart breit, dass langsam auch wir selbst nicht mehr wissen, was wir darunter finden w\u00fcrden. Und dennoch steht und f\u00e4llt die Zukunft Ungarns entgegen der Mode der Zeit hiermit. Das Leben ist Pflicht. Dies m\u00fcssen Sie durch Ihr pers\u00f6nliches Beispiel in das Gef\u00fchl der Allgemeinheit zur\u00fcckbringen, in angemessene Kleidung kleiden und es verbreitend zur Mehrheit bringen. Diese einfache Wahrheit wird den heutigen wirtschaftlichen Zuwachs mit einer Seele f\u00fcllen, dies wird den heranwachsenden Generationen einen Kompass in die Hand geben, dies wird die \u00fcber die Sinnlosigkeit des Lebens nachsinnende, von Weltschmerz erf\u00fcllte Tr\u00e4gheit vertreiben. Dies wird die neue Welt mit sich bringen und wird den mit sich selbst kokettierenden, eitlen Egoismus brechen, der das europ\u00e4ische Leben bereits derma\u00dfen umspannt hat. Das Leben ist Pflicht, das verleiht ihm auch seine Sch\u00f6nheit, seine Ernsthaftigkeit und auch seine Freiheit. Wessen Ziel es ist, seine Pflicht zu erf\u00fcllen, der wird sich niemals verirren, den werden keine unerf\u00fcllbaren Sehns\u00fcchte qu\u00e4len, selbst wenn er dazu durch tausende von Kan\u00e4len des Internets verleitet wird, er wird nicht im Netz des immer hungrigen Egoismus gefangen sein, und er muss auch nicht die bitteren Entt\u00e4uschungen der tr\u00fcgerischen Tr\u00e4ume f\u00fcrchten. Ja, Sie verk\u00f6rpern ab heute ein M\u00e4nnerideal, das Ideal des seine Pflicht mit der Waffe und, wenn es sein muss, auch auf Kosten seines Lebens erf\u00fcllenden ungarischen Offiziers f\u00fcr uns. So wie wir auch unsere tiefe Anerkennung f\u00fcr unsere Damen unter den Offizieren, den Offizierinnen zum Ausdruck bringen, von denen wir nicht weniger erwarten. Und wenn der marktschreierische Chor der Gewissenslosen, der Unehrenhaften, derer, die den leichteren Weg w\u00e4hlen, erklingt, m\u00fcssen Sie nur daran denken, dass hier die Pflicht erf\u00fcllt werden muss. Und je weniger es sind, die sie erf\u00fcllen, muss sie umso mehr erf\u00fcllt werden. Diese Mission wartet auf die ungarischen Offiziere der Armee. So und aus diesem Grund sehen wir Sie heute befangen, stolz und mit gro\u00dfen Hoffnungen an. Wir ziehen unsere H\u00fcte und danken im Namen Ungarns Ihren Eltern, dass sie so anst\u00e4ndige Kinder der Heimat gegeben haben.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Meine sehr geehrten Damen und Herren!<\/p>\n<p>Au\u00dfer der Verneigung vor den Staatsgr\u00fcndern und der Ehrbezeigung f\u00fcr unsere neuen Offiziere \u00fcbergeben wir heute und weihen auch die Gedenkst\u00e4tte der Zusammengeh\u00f6rigkeit ein, das auf unseren nationalen Stolz, das Parlamentsgeb\u00e4ude blickt, ja sogar zeigt, und auf angemessene Weise das herrliche Panorama des Kossuth Platzes, des zentralen Platzes der Nation vervollst\u00e4ndigt. Das ist so in Ordnung, denn wir haben das Parlament f\u00fcr jene St\u00e4dte und D\u00f6rfer bzw. ihre Bev\u00f6lkerung erbaut, die die Bewohner der in die W\u00e4nde der Gedenkst\u00e4tte gemei\u00dfelten Siedlungen waren, unabh\u00e4ngig von ihrer Herkunft, ihrer Konfession, ihrer nationalen Zugeh\u00f6rigkeit, als Erben des Landes des Heiligen Stephan. Diese Tatsache ist unab\u00e4nderlich, in welche Richtung sich auch seitdem der Weg der Geschichte geschl\u00e4ngelt hat.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Meine sehr geehrten Damen und Herren! Sehr geehrter Herr Pr\u00e4sident!<\/p>\n<p>Ungarn und der achtsamen Gemeinschaft der ungarischen Nation kann ich vermelden, dass wir unsere Pflichten, die wir aus Anlass des hundertsten Jahrestages des Diktats von Trianon auf uns genommen hatten, erf\u00fcllt haben. Wir haben das hundertste Jahr zum Jahr der nationalen Zusammengeh\u00f6rigkeit erkl\u00e4rt. Die Gedenkfeiern haben wir auf angemessene Weise durchgef\u00fchrt, wenn auch die Gefahr durch die Pandemie die v\u00f6llige Zusammenkunft unm\u00f6glich gemacht hat. Die Lehren aus dem vergangenen Jahrhundert, die Lektion aus dem Verlust der Landesteile hat die Gemeinschaft der ungarischen Wissenschaftler, haben die Vertreter des ungarischen kulturellen Lebens, die in den abgetrennten Gebieten lebenden ungarischen Gemeinschaften, unsere Kirchen und die besten des ungarischen politischen Lebens, allen voran das Parlament, gezogen und \u00fcberblickt. Die Analyse hat uns zu dem Standpunkt gef\u00fchrt, den Abschluss der hundert Jahre ungarischer Einsamkeit von Trianon zu verk\u00fcnden, und auszusprechen, dass nach dem Zerfall der Tschechoslowakei, Jugoslawiens und der Sowjetunion wir, Ungarn, das bev\u00f6lkerungsreichste und \u00fcber die gr\u00f6\u00dfte Wirtschaft verf\u00fcgende Land im Karpatenbecken sind, und wir sollten endlich verstehen, dass daraus auch Pflichten hervorgehen, vor denen wir uns nicht verstecken d\u00fcrfen. Die Lehren aus diesen hundert Jahren, denen wir nicht ausweichen d\u00fcrfen, haben wir als schwerwiegend und weitgehend empfunden. Deshalb haben wir die sieben Gesetze der nationalen Politik des neuen Zeitalters verk\u00fcndet. Und danach haben wir nach unserem besten Wissen \u2013 die vor uns stehenden Jahrzehnte absch\u00e4tzend \u2013 unser Interesse und unsere Teilnahme an der auf Souver\u00e4nit\u00e4t, Freiheit und gemeinsamen Interessen basierenden mitteleurop\u00e4ischen Organisierung deklariert.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Meine sehr geehrten Damen und Herren! Sehr geehrte Gedenkende!<\/p>\n<p>Hundert Jahre nach der Niederlage im Weltkrieg und dem Diktat von Trianon stehen wir heute als die Meister des \u00dcberlebens auf der B\u00fchne der europ\u00e4ischen Geschichte. Es gibt keine einzige Nation in der Welt, die solche hundert Jahre ausgehalten h\u00e4tten. Und von der H\u00f6he dieser hundert Jahre m\u00fcssen wir jetzt mit der Kraft unsere Stimme erheben, dass diese bis zum letzten Haus des letzten ungarischen Dorfes zu h\u00f6ren ist, ja und auch dar\u00fcber hinaus, bis zum entferntesten Winkel des Karpatenbeckens, ja auch dar\u00fcber hinaus, bis in entfernte Weltteile, wo noch Ungarn leben. Wir m\u00fcssen verk\u00fcnden, dass Ungarn nicht nur \u00fcberlebt hat, nicht nur erhalten geblieben ist, sondern auch seine Fahnen erneut in die H\u00f6he hebend, seine Selbstachtung zur\u00fcckgewonnen, im Tor gro\u00dfer Zeiten und siegend dasteht. Ungarn ist das sichere Zuhause, das einen jeden zur\u00fcckerwartet, der ein Teil jenes Aufbaus des Landes werden m\u00f6chte, der an unsere gro\u00dfen Epochen gemahnt. Wir m\u00fcssen verk\u00fcnden: Zum Preis von hundert schwierigen Jahren haben wir endlich verstanden, dass sich die Ungarn den Luxus der Schw\u00e4che nie wieder erlauben d\u00fcrfen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Meine sehr geehrten Damen und Herren!<\/p>\n<p>So wie die Natur und auch der Gang der Sterne nach Gesetzen verlaufen, so besitzt sie auch das Erhaltenbleiben und das \u00dcberleben. Und nachdem wir sie verstanden haben, m\u00fcssen wir sie auf die St\u00fctzpfeiler Ungarns so scharf einmei\u00dfeln, damit nie mehr eine Generation ihre Augen abwenden kann. Heimat gibt es nur so lange, solang es jemand gibt, um sie zu lieben! Jedes ungarische Kind ist ein weiterer Wachposten! Die Wahrheit ist ohne Kraft wenig wert! Unser ist nur das, was wir verteidigen k\u00f6nnen! Jedes Match dauert so lange, bis wir es nicht gewonnen haben! Eine Grenze besitzt nur das Land, nicht aber die Nation! Kein einziger Ungar ist allein! Das sind die sieben Gesetze der Nationalpolitik Ungarns im 21. Jahrhundert, die als Ergebnis von Tr\u00e4nen und Blut erkannt worden sind.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Meine sehr geehrten Damen und Herren!<\/p>\n<p>W\u00e4hrend wir, Ungarn, unsere nationale Zusammengeh\u00f6rigkeit feiern, ist das Schiff Europas, das unserer Heimat im weiteren Sinne ist, gerade auf Grund gelaufen. Seine im Laufe der Jahrhunderte errungene weltpolitische Position und seine Stellung im Welthandel sind geschw\u00e4cht. Die ins Weltweite gem\u00e4stete Produktion, die Investitionen und der Handel haben L\u00e4nder mit den Instrumenten des wirtschaftlichen Wettbewerbs ausger\u00fcstet, die inzwischen \u00fcber Europa hinausgewachsen sind. Die unbestreitbare \u00dcbermacht der europ\u00e4ischen V\u00f6lker, des europ\u00e4ischen Geistes und der Technologie ist zu Ende gegangen. Der aus der Kolonialisierung ererbte Vorsprung ist verloren gegangen. Europa, ja selbst der gesamte Westen ist nicht mehr in der Lage, den reichhaltigen Strom der Ressourcen und der Vorteile der Weltwirtschaft in die eigene Richtung zu leiten. Man muss den Wettbewerb eingehen! Wir stehen vor einer Kraft- und Charakterprobe. Ob die f\u00fchrenden europ\u00e4ischen Politiker in der Lage sind, die Politik und die Wirtschaft unseres Erdteils zu erneuern? Und wenn ja, werden dann das die V\u00f6lker Europas verstehen? Und wenn ja, werden sie dann all das akzeptieren, was hieraus f\u00fcr ihr eigenes Leben folgt? Werden sie in die Welt der harten Arbeit, der rationalen Bewirtschaftung\/Wirtschaftsf\u00fchrung und der verantwortungsvollen Lebensf\u00fchrung zur\u00fcckfinden? Die tiefsten Zweifel qu\u00e4len uns \u2013 jetzt nicht wegen unserer Heimat, sondern wegen der Zukunft der europ\u00e4ischen Zivilisation. Hinzu kommt noch, dass die Nationen unseres Kontinents auf auseinanderstrebenden Bahnen schreiten. Westeuropa hat die Antriebskr\u00e4fte, die hinter der tausendj\u00e4hrigen Gr\u00f6\u00dfe und den Erfolgen steckten, aufgegeben, die spirituellen Tiefen des Lebens, das durch die Ehe und das durch die Nachkommen gegebene Gl\u00fcck und die geistige Energie der nationalen Kulturen, das hei\u00dft es hat das christliche Europa aufgegeben. An dessen Stelle versucht es sich mit dem gottlosen Kosmos, der Umformung der Familien unter dem Zeichen des Regenbogens, mit der Migration und den offenen Gesellschaften. In der Zwischenzeit verleihen die V\u00f6lker Mitteleuropas gerade den alten Lebensinstinkten, der befreienden Kraft des Christentums, der Ehre der Arbeit, dem Nationalstolz, der Pflicht gegen\u00fcber unseren Eltern und Kindern ihre alten Rechte zur\u00fcck. Deshalb sch\u00fctzen wir unsere Grenzen und vermachen unsere Heimat unseren Kindern anstatt den Migranten.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Meine sehr geehrten Damen und Herren!<\/p>\n<p>Wir befahren unbekannte Gew\u00e4sser. Der Westen hat in unseren Augen seine Anziehungskraft verloren, und Mitteleuropa erscheint in ihren Augen als keine w\u00fcnschenswerte Welt. Europa muss seine Zukunft auf die Weise finden, dass kein Teil seine eigene Lebens- und Weltauffassung dem anderen aufzwingt. Das ist heute das Alpha und das Omega der europ\u00e4ischen Einheit. Aus diesem Grund ist das Werk, das wir jetzt dem Publikum \u00fcbergeben, nicht nur eine Gedenkst\u00e4tte, sondern auch ein Aufruf, ja ein dr\u00e4ngender Schrei an die mitteleurop\u00e4ischen V\u00f6lker, die sich ihr Leben in einer erneuerten christlichen Welt vorstellen, dass sie den Weg der Zusammenarbeit finden m\u00fcssen. Sie m\u00fcssen jene Form finden, die zugleich ihre nationale Selbst\u00e4ndigkeit, das gemeinsame B\u00fcndnis der mitteleurop\u00e4ischen V\u00f6lker garantiert und auch zur europ\u00e4ischen Einheit beitr\u00e4gt. Das ist m\u00f6glich. Aber es ist nur so m\u00f6glich, wenn wir verstehen, dass wir, Mitteleurop\u00e4er, Mitteleuropa, die Region zwischen der deutschen und der russischen Welt organisieren m\u00fcssen. Daran hatten sich bereits die T\u00fcrken, die Habsburger, die Deutschen und auch die Sowjets versucht. Auch heute gibt es Kr\u00e4fte, die bereitstehen. Doch wissen wir auch, dass die ungebetene Hilfe zu nichts Gutem zu f\u00fchren pflegt. Wenn Fremde das Leben Mitteleuropas organisieren, dann f\u00fchrt das zu Teilung, Feindschaft und Unterwerfung, und den Nutzen aus unseren phantastischen Ressourcen, unserer wertvollen Arbeit und aus unseren geistigen Leistungen, die auf Weltniveau sind, werden andere ernten, f\u00fcr sich selbst einsammeln und damit ihre eigene Macht vergr\u00f6\u00dfern. Es verschwindet im Nebel von Jahrhunderten, wann sich zuletzt eine so hervorragende Chance bot, damit die mitteleurop\u00e4ischen V\u00f6lker, sich um das polnische Flaggschiff klug verteilend vom Baltischen Meer bis zum Balkan ihr Schicksal selbst gestalten. Wir, Ungarn, k\u00f6nnen heute so viel tun, dass wir uns auf die Zusammenarbeit vorbereiten, und unsere Freunde dr\u00e4ngen, indem wir sie daran erinnern, dass der gl\u00fcckliche Stand der Sterne nicht ewig dauern wird.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Meine sehr geehrten Damen und Herren! Sehr geehrter Herr Pr\u00e4sident!<\/p>\n<p>Diese Gedenkst\u00e4tte verbindet uns, sie ist das Symbol dessen, dass wir gemeinsam die Erben der weltweit achtenswerten Leistung der Ungarn sind, all dessen, was unsere Vorfahren im Karpatenbecken aufgebaut, in der Welt der Kultur, der Wissenschaft, der Wirtschaft und des Sports zur Leistung der Menschheit beigetragen haben. Dieses Erbe geh\u00f6rt uns allen, jedem Ungarn, wo auch immer er in der Welt leben mag. Seien wir stolz darauf, bewahren wir es und steuern wir unseren Teil dazu. Zum Abschluss bringen wir unseren aus tiefem Herzen kommenden Dank und unsere h\u00f6chste Anerkennung f\u00fcr das jahrhundertlange Bestehen der von uns getrennten nationalen Gemeinschaften, f\u00fcr ihre Treue zur ungarischen Nation und ihrer Heimat zum Ausdruck.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Ungarn vor allen Dingen, der liebe Gott \u00fcber uns allen! Vorw\u00e4rts Ungarn!<\/p>\n<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Ungarn\u00a0\u2013\u00a0Trotz der aufgrund der Anti-Covid-19-Ma\u00dfnahmen eingeschr\u00e4nkten Feierlichkeiten wurde der heurige 20. August durch die Einweihung eines Denkmals in Erinnerung an das Vor-Trianon-Ungarn in Budapest gekennzeichnet, dessen hundertsten Jahrestags heuer gedacht wird. 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