{"id":4160,"date":"2023-02-20T06:21:46","date_gmt":"2023-02-20T06:21:46","guid":{"rendered":"https:\/\/visegradpost.com\/?p=4160"},"modified":"2025-06-08T06:24:38","modified_gmt":"2025-06-08T05:24:38","slug":"ministerpraesident-viktor-orbans-rede-zur-lage-der-nation-februar-2023","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/visegradpost.com\/de\/2023\/02\/20\/ministerpraesident-viktor-orbans-rede-zur-lage-der-nation-februar-2023\/","title":{"rendered":"Ministerpr\u00e4sident Viktor Orb\u00e1ns Rede zur Lage der Nation, Februar 2023"},"content":{"rendered":"<p><strong>Ungarn<\/strong>\u00a0\u2013 Jedes Jahr, Mitte Februar, h\u00e4lt der ungarische Ministerpr\u00e4sident Viktor Orb\u00e1n eine Rede zur \u201eLage der Nation\u201c, in der er die wichtigsten Themen des vergangenen und des kommenden Jahres anspricht. Wir haben eine \u00dcbersetzung der Rede vom Internationalen Kommunikationsb\u00fcro der ungarischen Regierung erhalten und ver\u00f6ffentlichen sie hier in voller L\u00e4nge:<\/p>\n<p>Guten Tag!<\/p>\n<p>Sehr geehrte Herr Pr\u00e4sidenten \u00c1der und Schmitt sowie Ihre sehr geehrten Gemahlinnen! Sehr geehrter Herr Parlamentspr\u00e4sident! Liebe ungarische W\u00fcrdentr\u00e4ger aus dem Ausland! Meine Damen und Herren!<\/p>\n<p>Wie Sie sicher wissen, vor beinahe zwei Wochen ersch\u00fctterte ein Erdbeben von vernichtender Kraft die T\u00fcrkei und Syrien. Die Zahl der Toten liegt \u00fcber 44 tausend, und das ist leider noch nicht das Ende. Das \u00dcbel kommt pl\u00f6tzlich. Es sagt vorher nicht Bescheid, dass es kommt, es klopft nicht an, es bricht nur auf einmal unsere T\u00fcr auf. In der Not stellt es sich heraus, auf wen man rechnen kann. Auf uns, Ungarn, kann man z\u00e4hlen. An den Rettungsarbeiten haben 167 unserer Landsleute teilgenommen, Hauptberufliche und Freiwillige. Unter der Gef\u00e4hrdung ihrer eigenen Leben haben sie 35 Menschen aus den Tr\u00fcmmern gerettet. Einige von ihnen sind jetzt hier bei uns. Erlauben Sie mir, unsere Helden in unserem Kreis zu begr\u00fc\u00dfen, die uns mit ihrer Anwesenheit beehrt haben. Meine Damen, meine Herren, wir danken Ihnen f\u00fcr Ihre aufopferungsvolle Arbeit! Ein ganzes Land ist stolz auf Sie! Stehen Sie, bitte, auf, damit wir alle Sie sehen k\u00f6nnen!<\/p>\n<p>Meine sehr geehrten Damen und Herren!<\/p>\n<p>So viele Dinge sind im vergangenen Jahr geschehen, Wahlen, Krieg, Energiekrise, Inflation, dass ich eigentlich \u00fcber Stunden reden m\u00fcsste. Bitte, machen Sie sich nicht auf den Weg, jetzt ist es schon zu sp\u00e4t, wenn Sie gekommen sind, dann sind Sie eben gekommen. Morgen ist Sonntag, da kann man sich selbst von einer Rede der L\u00e4nge eines Atat\u00fcrk oder Fidel Castro wieder erholen. Trotzdem fasse ich mich lieber kurz. Im Laufe einer langen politischen Rede vergeht einem selbst die Lust am Leben, und wir sind nicht zusammengekommen, damit diese vergeht, sondern gerade damit unsere Lust am Leben zur\u00fcckkehrt. Und damit haben wir auch schon einen Kopfsprung in die Mitte dessen gemacht, was ich zu sagen habe. Hinsichtlich der Zukunft ist heute die wichtigste Frage, ob jene gewaltigen Ver\u00e4nderungen, die sich im europ\u00e4ischen Leben vollziehen und uns vor neue geistige, politische, wirtschaftliche sowie milit\u00e4rische Aufgaben stellen, die Lust der Ungarn am Leben wegnehmen oder zur\u00fcckbringen. Die Ver\u00e4nderungen setzen das gesamte ungarische Leben unter Druck und konfrontieren uns mit neuartigen Fragen. Der Erfolg unseres Jahres 2023 h\u00e4ngt davon ab, ob diese uns elektrisieren oder frustrieren.<\/p>\n<p>Meine sehr geehrten Damen und Herren!<\/p>\n<p>Ich bewege mich in der internationalen Politik und h\u00e4ufig f\u00e4llt mir der alte ungarische Schlager ein, der sagte: \u201eMutter, ich habe mir nicht so ein Pferd gew\u00fcnscht.\u201c Tats\u00e4chlich, wir Ungarn wollten nicht in so einer wild gewordenen Welt leben. Doch wie das meine Mutter sagen w\u00fcrde: \u201eMein Sohn, das ist kein Wunschkonzert.\u201c Und sie hat Recht.<\/p>\n<p>Dabei hatte sich alles so gut gef\u00fcgt, alles war so sch\u00f6n ausgedacht. Wir haben uns durch die als das Erbe der 2010 aus der Macht gescheuchten sozialistischen Regierungen hinterlassenen Schutthalden, die Tr\u00fcmmer des Sozialismus des Wilden Ostens gek\u00e4mpft, wir hatten die Arbeitslosigkeit \u00fcberwunden, waren \u00fcber die schrumpfende Wirtschaft, die Verschuldung in Fremdw\u00e4hrungen, den schlechtgelaunten Neid, die kritiklose Verbeugung vor dem Westen, die in den Himmel reichenden Nebenkostenrechnungen, die Parasolvenz, die Betr\u00fcgereien mit den Hilfen, die demoralisierte Anspruchslosigkeit der \u201eso-ist-das-auch-gut\u201c-Haltung hinweggekommen. Wir begannen gerade daran zu glauben, dass es unter der Sonne einen Platz f\u00fcr jeden Ungar geben wird und dieser Platz werde hier sein. Es hatte sich herausgestellt, dass man von Arbeit besser leben kann als aus Hilfe, dass Kinder keine Last, sondern Gl\u00fcck sind, genauer gesagt: Sie sind auf die Weise eine Last, indem sie das Gl\u00fcck sind. Wir begannen schon daran zu glauben, dass es \u2013 wie es der Dichter Gyula Juh\u00e1sz formulierte \u2013 \u201ehier noch Weintrauben, hier noch weiches Brot geben wird\u201c. F\u00fcr alle. Wir haben erkannt, dass wenn wir vorankommen wollen, dann m\u00fcssen wir nicht voneinander das Gut des anderen wegnehmen, denn wir k\u00f6nnen auch ein viel gr\u00f6\u00dferes Brot backen, als wir es bisher getan haben. Eine Million Menschen haben die Arbeit aufgenommen, noch nie haben so viele Menschen in Ungarn gearbeitet. Die ungarische Wirtschaft wuchs auf das Dreifache und auch der Minimallohn ist h\u00f6her als es der Durchschnittslohn unter den Sozialisten war. Wir haben eine nationalchristliche Verfassung hervorgezaubert, die unser w\u00fcrdig ist. Wenn auch nicht mit todes-, so doch br\u00fcsselverachtendem Mut haben wir den ungarischen Staat neu organisiert und haben die Querulanten beiseiteschiebend auch eine neue ungarische Wirtschaft errichtet, in der ein jeder die M\u00f6glichkeit erhielt, auf seine Rechnung zu kommen. Es waren wahrlich erm\u00fcdende zehn Jahre, wir haben auch geh\u00f6rig geschwitzt, die Knie, die Ellbogen sind wundgerieben, auch Blasen gab es viele, doch wir hatten das Gef\u00fchl, es habe sich gelohnt. Wir hatten gelernt, wie man in dem erneuerten Ungarn zu Recht kommen kann, hatten gesehen, dass die Anstrengungen einen Sinn haben und es schien \u2013 wie S\u00e1ndor Pet\u0151fi es 1848 formulierte \u2013 der \u201eName Ungar wird wieder sch\u00f6n sein, seinem alten Ruhm w\u00fcrdig\u201c. Deshalb erhielten wir nach der ersten historischen Zweidrittelmehrheit bei den Parlamentswahlen 2010 noch drei Mal eine Zweidrittelmehrheit. Und auch jetzt haben wir sie erhalten, dabei hatte sich die gesamte Linke gegen uns zusammengeschlossen, Br\u00fcssel hatte versucht unsere Schatzkammer auszutrocknen und Onkel Gyuri und Konsorten lie\u00dfen hierher aus Amerika vier Milliarden Forint entsprechende Dollar hereinrollen, damit ihre Genossen \u00fcber Munition verf\u00fcgten \u2013 um auf uns zu schie\u00dfen. Sie haben den K\u00fcrzeren gezogen, sie haben das jetzt wieder falsch ermessen\u2026 Nicht nur ein bisschen, sondern sehr. Sie haben Pech gehabt und wenn ich es richtig sehe, dann werden sie auch noch draufzahlen.<\/p>\n<p>Erinnern Sie sich noch an \u201eSpiel mir das Lied vom Tod\u201c? An den Dialog zu Beginn des Films? Als Charles Bronson, der Mann mit der Mundharmonika, die auf ihn wartenden drei Banditen fragt: \u201eUnd Frank?\u201d \u201eFrank hat uns geschickt.\u201d \u201eHabt ihr mir ein Pferd mitgebracht?\u201d \u201eNein.\u201d Worauf der Mann mit der Mundharmonika: \u201eAuch so werden zwei \u00fcberfl\u00fcssig sein.\u201d Das ist 2022 in Ungarn geschehen. Und wenn ich es richtig sehe, dann versucht der ungarische Frank, unser Feri, gerade jetzt die herrenlos gebliebenen Pferde einzufangen. Die Lehre daraus ist, dass wenn du deine Gegner betrachtest, beurteile sie nicht aufgrund ihrer Zahl, sondern ihrer F\u00e4higkeiten. Anscheinend liebt uns der liebe Gott.<\/p>\n<p>Meine sehr geehrten Damen und Herren!<\/p>\n<p>Der Wahlsieg wird einem nicht einfach so nachgeworfen, besonders nicht eine Zweidrittelmehrheit. Dahinter steckt Arbeit und die Arbeit zeigt Ergebnisse, was die Menschen zu sch\u00e4tzen wissen. Auf andere Weise gibt es keinen Sieg und vor allem kommt es zu keiner Zweidrittelmehrheit. Nat\u00fcrlich gibt es immer Leute, die etwas zu beanstanden haben, ihrer Meinung nach haben wir einfach nur Gl\u00fcck gehabt. Gut, so soll es Gl\u00fcck gewesen sein. Einmal. Aber viermal? Wenn du immer Gl\u00fcck hast, dann kann es auch sein, dass du etwas kannst. Z.B. liebst du deine Heimat und bist bereit, f\u00fcr sie zu k\u00e4mpfen. Wenn es sein muss, zu Hause, oder wenn es n\u00f6tig ist, dann in der gro\u00dfen weiten Welt. Die Linke m\u00fcsste verstehen, dass zum Sieg viele Millionen Dollar und einflussreiche Unterst\u00fctzer nicht ausreichen. Zum Siegen, meine Freunde, ist auch das Herz n\u00f6tig, das Gl\u00fcck allein reicht nicht aus.<\/p>\n<p>Meine Damen und Herren!<\/p>\n<p>Als wir dachten, wir k\u00f6nnten uns endlich ausstrecken, schlug im Fr\u00fchjahr 2020 \u2013 das ist bereits drei Jahre her \u2013 COVID ein. Es war schmerzhaft, mit unersetzlichen Verlusten. Doch hofften wir zu Recht, dass wir dar\u00fcber hinwegkommen, wieder auf die Beine kommen und alles dort werden fortsetzen k\u00f6nnen, wo wir aufgeh\u00f6rt haben. Ich dachte, wir w\u00fcrden jetzt bald dort ankommen, wohin wir uns immer gesehnt hatten. Den Platz in der Welt einnehmen, zu dem uns unser Talent, unser Flei\u00df und unsere Geschichte, ja, unsere Geschichte berechtigt. Wir werden dort unter den Besten sein, in der Spitzengruppe. Es wird wieder viele Kinder geben, viele Millionen Herzen, die die frohe Botschaft erwarten, ein in Ordnung gehaltenes, fesches und sicheres Land, das auch den Klimawandel \u00fcberlebende Karpatenbecken. Und wenn auch der L\u00f6we und das Lamm nicht zusammenziehen, so hofften wir, auch die Linke w\u00fcrde endlich verstehen, dass dies eine gemeinsame Heimat ist und wir keine andere besitzen.<\/p>\n<p>Und dann schlug der Krieg ein bzw. er brach aus. Dem ist jetzt schon ein Jahr und heute scheint es nach jedwedem menschlichen Ermessen, dass dies noch eine lange Zeit, anscheinend auch mehrere Jahre dauern kann. Alles hat sich ver\u00e4ndert. Sowohl in der Politik als auch in der Wirtschaft. Der Westen hat deutlich die Richtung in den Wilden Westen eingeschlagen. Aus den COVID-Jahren ist die Welt nicht auf den richtigen Weg zur\u00fcckgekehrt, sondern wir haben die Jahre des Krieges betreten. In Wirklichkeit leben wir unser Leben seit dem M\u00e4rz 2020, also seit langsam drei Jahren unter st\u00e4ndigem Druck. Und daraus k\u00f6nnen leicht vier, aber selbst auch f\u00fcnf Jahre werden. 2022 war von den 32 Jahren seit dem Systemwechsel das schwierigste. Das schwierigste Jahr.<\/p>\n<p>Als der Westen mit Sanktionen in den Krieg eingetreten ist, mussten wir alles neu bedenken. Das beanspruchte die Monate nach den Wahlen im April. Die Wirtschaftspolitik, die Verteidigungs- und die Milit\u00e4rpolitik, die gesamte Au\u00dfenpolitik musste neu bedacht werden. Im Blitzlicht des Krieges mussten alle gro\u00dfen Ziele erneut untersucht werden, die wir uns 2010, nach der ersten Zweidrittelmehrheit gesteckt hatten. Langsam kommen wir zum Ende dieser Arbeit. Soweit ich das sehe, m\u00fcssen wir auf die Ziele nicht verzichten und sie auch nicht aufgeben, man muss nur die Mittel \u00e4ndern. Es bleibt die Au\u00dfenpolitik, wir wollen auch weiterhin Freunde gewinnen und keine Feinde. Wir wollen, dass alle, der Osten und der Westen, der Norden und der S\u00fcden am Erfolg der Ungarn interessiert sind. Statt Blockbildung Verbindung. Die Familienpolitik bleibt, es bleibt die auf Arbeit basierende Wirtschaft, es bleibt die Vereinbarung mit den Rentnern und damit die dreizehnte Monatsrente und es bleibt auch der Schutz der Nebenkosten. Wir setzen die Verkn\u00fcpfung der Universit\u00e4ten und der Wirtschaft fort. Die in ungarische H\u00e4nde \u00fcbernommenen strategischen Zweige, den Bankensektor, den Energiesektor, die Medienindustrie k\u00f6nnen wir in ungarischer Hand halten, ja wir remagyarisieren auch das Gebiet des Fernmeldewesens und der Infokommunikation. Und hier bleiben wir nicht stehen, der Windsack flattert schon im Wind. Tschuldigung. Und es bleibt auch das Versprechen, das wir der Provinz gegeben haben, wir starten nie zuvor gesehene Investitionen, wir garantieren so viele Quellen, wie sie die ungarische Provinz noch nicht gesehen hat, nicht einmal zur Zeit der \u00d6sterreichisch-Ungarischen Monarchie. Neben die produzierende Landwirtschaft errichten wir die verarbeitende Landwirtschaft. Die durch die Privatisierung zugrunde gerichtete ungarische Lebensmittelindustrie erwecken wir wieder zum Leben, wir werden auch in der Lebensmittelindustrie nationale Meister haben, die dann auch auf dem Weltmarkt bestehen. Das geht ja doch nicht, dass die Ungarn aus dem Ausland auf uns hereinst\u00fcrzende Lebensmittel kaufen m\u00fcssen. Und es bleibt auch der Plan, die \u00f6stliche Landesh\u00e4lfte aufschlie\u00dfen zu lassen. Es ist an der Zeit, dass wir endlich Hunnien und Pannonien auch wirtschaftlich und hinsichtlich des Lebensniveaus vereinigen. Deshalb errichten wir Br\u00fccken \u00fcber der Donau, die in Paks beenden wir, mit der in Moh\u00e1cs beginnen wir in B\u00e4lde. Dem Industrie-G\u00fcrtel Gy\u0151r-Szombathely-Veszpr\u00e9m stellen wir das Dreieck Debrecen-Ny\u00edregyh\u00e1za-Miskolc an die Seite. Dazu ist Energie notwendig, viel Energie, so viel, wie noch niemals in Ungarn ben\u00f6tigt worden ist. Deshalb werden wir Kraftwerke und Leitungssysteme auch dann bauen, wenn Br\u00fcssel hierbei nicht bereit ist, eine Rolle zu \u00fcbernehmen. Und wir geben auch nicht unseren mutigsten Plan auf, dass die materielle Lage der Familien mit Kindern besser sein soll als die jener, die keine Kinder haben. Deshalb werden wir, Krieg hin oder her, jedes Jahr weitere die Familien unterst\u00fctzende Beschl\u00fcsse treffen. Wie auch in diesem Jahr, dass Frauen mit Kind bis zum Alter von 30 Jahren keine Einkommenssteuer zahlen. Das wird sein. Aber ich wei\u00df, dass dies f\u00fcr uns, Ungarn, zu wenig ist. Wir kennen den Witz aus sozialistischer Zeit: Gut zu wissen, was sein wird, aber was wird bis dahin sein?<\/p>\n<p>Meine lieben Freunde!<\/p>\n<p>Wenn 2022 das schwierigste Jahr seit dem Systemwechsel war, dann wird 2023 das gef\u00e4hrlichste Jahr sein. Zwei Feinde, zwei Gefahren lauern auf uns. Die eine ist der Krieg, die andere die Inflation. Wenn wir auf die aufsteigende Bahn zur\u00fcckkehren wollen, von der uns die COVID-Epidemie abgedr\u00e4ngt hat, dann m\u00fcssen diese beiden Gefahren abgewehrt werden, man muss diese besiegen, wir m\u00fcssen uns durch diese hindurchk\u00e4mpfen. Na, aber wie? Dar\u00fcber werde ich heute zu Ihnen sprechen.<\/p>\n<p>Wie sollen wir die Gefahr des Krieges besiegen? Am liebsten w\u00fcrden wir ihn ganz einfach beenden. Doch dazu verf\u00fcgen wir nicht \u00fcber gen\u00fcgend Kraft, das ist nicht unsere Gewichtsklasse. Deshalb bleibt uns, wenn wir Ungarn sch\u00fctzen wollen, wenn wir uns ein friedliches Leben w\u00fcnschen, dann haben wir nur eine Wahl: Wir m\u00fcssen dem russisch-ukrainischen Krieg fernbleiben. Das war auch schon bisher nicht leicht und wird es auch im Weiteren nicht sein, denn wir sind Teil der westlichen Welt, Mitglied der NATO- und der EU, und dort steht ein jeder au\u00dfer uns auf der Seite des Krieges oder tut zumindest so, als ob. Kann Ungarn unter solchen Bedingungen auf eine der unseren Verb\u00fcndeten diametral entgegengesetzte Weise auf der Seite des Friedens verbleiben? Nat\u00fcrlich k\u00f6nnen wir das tun, denn Ungarn ist ein selbst\u00e4ndiger, freier und souver\u00e4ner Staat, und wir anerkennen au\u00dfer dem lieben Gott niemanden \u00fcber uns. Doch ist es richtig, ist es moralisch richtig, wenn wir dem Krieg fernbleiben? Meiner Ansicht nach ist es richtig, ja das ist das einzig Richtige. Russland hat die Ukraine angegriffen und deshalb m\u00fcssen wir die ukrainischen Fl\u00fcchtlinge hereinlassen, und wir haben richtig gehandelt, sie mit der gr\u00f6\u00dften humanit\u00e4ren Hilfsaktion der Geschichte unseres Landes zu unterst\u00fctzen. Das ist das Gebot der elementaren Humanit\u00e4t und wir erf\u00fcllen es auch. Doch sehen wir auch, dass im Krieg in der Ukraine nicht die Heere des Guten und des B\u00f6sen miteinander streiten, sondern die Truppen zweier slawischer L\u00e4nder f\u00fchren miteinander einen in Zeit und \u2013 vorerst \u2013 auch noch im Raum begrenzten Krieg. Das ist ihr Krieg und nicht der unsrige. Ungarn anerkennt das Recht der Ukraine auf Selbstverteidigung, um gegen den \u00e4u\u00dferen Angriff zu K\u00e4mpfen. Aber es w\u00e4re in keinerlei Hinsicht, auch in moralischer nicht richtig, wenn wir die Interessen der Ukraine vor die Interessen Ungarns setzen w\u00fcrden. Die Linke steht auch in Ungarn auf der Seite des Krieges, sie w\u00fcrde Waffen liefern, w\u00fcrde die finanzielle Last des Krieges auf sich nehmen und die Verbindungen mit Russland aufl\u00f6sen. Wir tun das nicht. Wir liefern keine Waffen. Auch mit dem Geld gehen wir vorsichtig um, denn am Ende gibt Br\u00fcssel dann noch das Geld, das uns zusteht, der Ukraine. Die humanit\u00e4re Unterst\u00fctzung der Ukraine bedeutet f\u00fcr uns auch nicht die Liquidierung unserer russischen Verbindungen, denn das ist unseren nationalen Interessen entgegengesetzt, die selbst zu bestimmen wir das Recht besitzen. Deshalb stimmen wir nicht zu, dass Gas-, \u00d6l- oder die Atomindustrie betreffende Sanktionen eingef\u00fchrt werden, die Ungarn kaputtmachen. Aus der Nationalen Konsultation k\u00f6nnen wir wissen, dass dar\u00fcber ein nationaler Konsens besteht. Deshalb erhalten wir unsere wirtschaftlichen Beziehungen mit Russland aufrecht, ja wir empfehlen dies der gesamten westlichen Welt, denn ohne Beziehungen wird es weder eine Feuerpause noch Friedensverhandlungen geben. Deshalb geben wir dazu nicht unsere Zustimmung, dass man Priester, f\u00fchrende Kirchenleute auf die Sanktionslisten setzt, es ist schon schlimm genug, dass dies mit K\u00fcnstlern und Sportlern geschehen ist. Und wichtig ist auch, dass sich unser Blick nicht einengt, wir nicht provinziell sind. Wir sollten \u00fcber Br\u00fcssel hinaussehen. Au\u00dferhalb Europas sind sich alle L\u00e4nder \u00fcber die beschr\u00e4nkte Bedeutung des Kriegs in der Ukraine und den Vorrang des eigenen nationalen Interesses im Klaren. Wir sollten uns nicht vom n\u00fcchtern denkenden Teil der Welt isolieren. Die ungarische Auffassung ist nur in Europa die Ausnahme, in der Welt ist sie allgemein. Die ungarische Regierung h\u00e4lt die Annahme nicht f\u00fcr realistisch, dass Russland die Sicherheit Ungarns oder Europas bedrohen w\u00fcrde. Das trifft h\u00f6chstens f\u00fcr die Atomwaffen zu, doch das Risiko ihres Einsatzes wird durch den Krieg in der Ukraine nicht gemindert, sondern vergr\u00f6\u00dfert. Hinsichtlich der traditionellen Kriegsf\u00fchrung zeigt der Krieg in der Ukraine gerade, dass Russland gegen die NATO keine Chance h\u00e4tte. Wir verstehen, dass die Ukrainer Europa glauben machen m\u00f6chten, die Russen w\u00fcrden bis zum Atlantischen Ozean nicht stehenbleiben, doch diese Drohung kaufen ihnen die Ungarn nicht ab. Die ganze Welt kann sehen, dass die russischen Streitkr\u00e4fte nicht in der Situation sind und eine gute Zeit lang auch nicht sein werden, die NATO anzugreifen. Ich m\u00f6chte daran erinnern, dass Ungarn bereits vor einem Jahrzehnt die Aufstellung einer gemeinsamen europ\u00e4ischen Streitkraft vorgeschlagen hat, und heute k\u00f6nnen wir sehen, wie schade es ist, dass dies damals auf taube Ohren gesto\u00dfen ist.<\/p>\n<p>Meine lieben Freunde!<\/p>\n<p>W\u00e4hrend unser den Frieden fordernder und der den Krieg unterst\u00fctzende Standpunkt der anderen die Unterschiede zu Tage treten l\u00e4sst, verschwimmt die Tatsache, dass es hinsichtlich der strategischen Ziele eine v\u00f6llige \u00dcbereinstimmung gibt. Wir wollen, dass Russland f\u00fcr Europa keine Bedrohung darstellen soll und es zwischen Russland und Ungarn ein entsprechend breites und tiefes Gebiet gibt, eine souver\u00e4ne Ukraine. Der Unterschied liegt in den Mitteln, laut den Bef\u00fcrwortern des Krieges kann man dies durch den Sieg \u00fcber Russland erreichen, unserer Ansicht nach aber durch eine sofortige Feuerpause und durch Friedensverhandlungen. F\u00fcr unseren Vorschlag spricht noch ein weiteres schwerwiegendes Argument. Leben kann man nur durch eine Feuerpause retten. Das Ausma\u00df des Verlustes an Menschen erreicht bereits die Dimensionen von mehreren hunderttausend Opfern, der Schmerz, die Verwitwung, das Ansteigen der Zahl der Waisen, die Wellen des Meeres an Leiden kann nur durch eine Feuerpause einged\u00e4mmt werden.<\/p>\n<p>Meine sehr geehrten Damen und Herren!<\/p>\n<p>Der Krieg hat auch einige lehrreiche und schwerwiegende Wahrheiten an die Oberfl\u00e4che gebracht. Gehen wir nicht wortlos an ihnen vorbei. Da ist gleich die Frage unserer NATO-Mitgliedschaft. Stellen wir fest, dass die NATO-Mitgliedschaft f\u00fcr Ungarn von existenzieller Bedeutung ist. Wir liegen zu weit im Osten, am \u00f6stlichen Rand der westlichen Welt, um auf sie verzichten zu k\u00f6nnen. Weiter innen w\u00e4re es nat\u00fcrlich einfacher, dem Beispiel \u00d6sterreichs und der Schweiz folgend k\u00f6nnten auch wir mit dem Gedanken der Neutralit\u00e4t herumspielen, doch hat die Geschichte uns diesen Luxus nicht gegeben. Die NATO ist ein Verteidigungsb\u00fcndnis. Ein milit\u00e4risches, ein Verteidigungsb\u00fcndnis, das entstanden ist, damit wir uns verteidigen k\u00f6nnen. Deshalb sind wir beigetreten und deshalb versp\u00fcrte ich eine historische Genugtuung, als ich mit 45 Jahren sowjetischer Besatzung hinter unserem R\u00fccken den Beitrittsvertrag unterzeichnen durfte. Mindestens genauso wichtig ist es, dass wir verstehen, was die NATO nicht ist. Die NATO ist kein Kriegsb\u00fcndnis. Sie ist keine Kriegskoalition. Die NATO-Mitgliedschaft bedeutet \u00fcber die gemeinsame Verteidigung hinaus keinerlei Verpflichtung, und die Mitgliedsstaaten k\u00f6nnen voneinander auch gar nicht erwarten, dass im Interesse irgendeiner Art gemeinsamen Kriegsziels gemeinsam ein Land angegriffen werden soll. Wenn also einige NATO-Mitglieder oder eine Gruppe von ihnen au\u00dferhalb des Territoriums der Mitgliedsstaaten eine Kriegshandlung vollziehen wollen, dann m\u00fcssen sie dies au\u00dferhalb des Rahmens der NATO machen. Wer will, der geht, wer nicht will, der geht nicht.<\/p>\n<p>Meine lieben Freunde!<\/p>\n<p>So stark und m\u00e4chtig auch jemand sein mag, der glaubt, er k\u00f6nne den Krieg unter seiner Kontrolle halten, ihn managen, ihn schrittweise portionieren, er \u00fcbersch\u00e4tzt seine Kr\u00e4fte und untersch\u00e4tzt die riskante Natur des Krieges. Jene, die diese Fehler begehen, leben zumeist weit von der zerst\u00f6rerischen Wirklichkeit der K\u00e4mpfe an der Front entfernt. Doch wir leben hier und der Krieg tobt auf dem Boden des benachbarten Landes. Br\u00fcsseliten haben bisher nicht ihr Leben in diesem Krieg gegeben, aber Ungarn schon. W\u00e4hrend man in Munk\u00e1cs die ungarischen Symbole abnehmen l\u00e4sst, die ungarischen Leiter an der Spitze unserer Schulen abgel\u00f6st werden, starben viele den Heldentod in der Frontlinie. Die ungarische Minderheit von Transkarpatien verdient dies nicht. Mehr Respekt f\u00fcr die Ungarn in Munk\u00e1cs, in Kiew, in Br\u00fcssel und in Washington!<\/p>\n<p>Meine sehr geehrten Damen und Herren!<\/p>\n<p>Europa durchlebt die Minuten des Hineindriftens in den Krieg. Es balanciert auf einem schmalen Brett. Ja, in Wirklichkeit stehen sie bereits in einem mittelbaren Krieg mit Russland. Wenn du Waffen lieferst, wenn du die f\u00fcr die milit\u00e4rischen Aktionen notwendigen Informationen der Satelliten lieferst, wenn du die Offiziere der einen k\u00e4mpfenden Partei ausbildest, wenn du das Funktionieren des gesamten Staatsapparates finanzierst und \u00fcber die andere Seite Sanktionen verh\u00e4ngst, dann ist es gleichg\u00fcltig, was du sagst, du stehst im Krieg, vorerst im mittelbaren Krieg. Die Gefahr des Hineindriftens ist eine st\u00e4ndige geworden. Es begann mit Helmen, setzte sich mit der Lieferung von zum Ausl\u00f6schen von Leben nicht geeigneten Instrumenten fort, jetzt sind wir bei der Sendung von Panzern angekommen und schon stehen die Flugzeuge auf der Tagesordnung und bald werden wir auch schon \u00fcber die sogenannten Friedenstruppen h\u00f6ren. Wie die Schlafwandler auf dem Dach. Wir m\u00fcssten auch verstehen, wie die Mondkrankheit sich der Kriegsanh\u00e4nger bem\u00e4chtigt hat und wie sie auf das Dach gekommen sind. Wir verstehen unsere polnischen und baltischen Freunde auch trotz aller Meinungsunterschiede. Ihre Geschichte erkl\u00e4rt vieles. Na, aber die anderen?<\/p>\n<p>Das h\u00e4tte nicht so geschehen m\u00fcssen, genauer gesagt: Es h\u00e4tte auch anders geschehen k\u00f6nnen. Wir h\u00e4tten eine Garantie geben k\u00f6nnen, dass wir die Ukraine nicht in die NATO aufnehmen, doch wir haben das Gegenteil getan, und haben unsere fr\u00fchere Entscheidung aus 2008 bekr\u00e4ftigt, dass wir sie aufnehmen werden. Wir h\u00e4tten auch die L\u00f6sung befolgen k\u00f6nnen, die wir 2008 gew\u00e4hlt hatten, als der russisch-georgische, d.h. grusinische Krieg ausbrach und Russland 20 Prozent des Territoriums von Grusinien besetzte. Damals beschlossen wir, das Feuer nicht ausufern zu lassen und mit der F\u00fchrung des genial verhandelnden Pr\u00e4sidenten Sarkozy gelang es, den Konflikt zu lokalisieren, und es kam zum Waffenstillstand. Wir h\u00e4tten auch tun k\u00f6nnen, was wir 2014 unter der F\u00fchrung von Angela Merkel getan haben, als Russland die Ukraine angriff und die Halbinsel Krim annektierte. Wir h\u00e4tten auch den Krieg w\u00e4hlen k\u00f6nnen, so etwas wie das Gegenw\u00e4rtige. Doch da haben wir, der Westen, anders entschieden: statt K\u00e4mpfen Verhandlungen, statt Krieg Frieden. Ich erinnere mich, auch damals gab es Anh\u00e4nger des Krieges, aber es gab auch eine starke deutsche und franz\u00f6sische F\u00fchrung, die mutig war und rechtzeitig handelte. So blieb der Krieg aus und kam das Abkommen von Minsk zustande. Vor einem Jahr hat der Westen anders entschieden. Als Russland den Angriff startete, isolierte der Westen den Konflikt nicht, sondern erhob ihn auf ein gesamteurop\u00e4isches Niveau. Er h\u00e4tte ihn auch als lokalen, regionalen Krieg oder als einen milit\u00e4rischen Konflikt zwischen zwei slawischen Staaten einstufen k\u00f6nnen, wie das auch Ungarn vorschlug. Das ist ein weiteres Argument gegen den Br\u00fcsseler Superstaat und f\u00fcr die starken Nationalstaaten. Wenn die Mitgliedsstaaten entschieden, gab es Frieden, wenn das imperiale Zentrum entschied, dann gab es Krieg.<\/p>\n<p>Meine sehr geehrten Damen und Herren!<\/p>\n<p>Auch im Hinblick auf die Zukunft ist es lehrreich, wie wir unsere den Frieden bef\u00fcrwortenden Verb\u00fcndeten verloren haben. Vor einem Jahr waren wir noch nicht allein im Friedenslager. Da waren z.B. die Deutschen, die keine Waffen lieferten, sondern nur Helme. Im Vergleich dazu werden in einigen Wochen Leopard Panzer auf dem Boden der Ukraine nach Osten marschieren, in Richtung der russischen Grenze. Vielleicht sind auch noch die alten Landkarten vorhanden. Die Deutschen wendeten sich zusammen mit den anderen bzw. die anderen zusammen mit den Deutschen. So l\u00f6ste sich das Friedenslager auf. Es ist kaum glaubhaft, dass sich die Deutschen freiwillig gewendet haben sollen. Heute tun sie bereits so, als ob sie schon immer dort gewesen w\u00e4ren. Moderne deutsche Schule, sie laufen nicht nur einfach \u00fcber, sondern k\u00fcndigen offen an, dass sie sich auch sofort an die Spitze stellen. Sie sind gr\u00fcndliche Menschen, wenn sie etwas machen, dann machen sie es ernsthaft. Und die anderen L\u00e4nder dachten, wenn auch die Deutschen nicht in der Lage sind einem derartigen \u00e4u\u00dferen Druck zu widerstehen, dann werden sie selbst dazu kaum in der Lage sein. Sie sind lieber aus dem Friedenslager ins Kriegslager hin\u00fcbergewechselt. Wir sind also zu zweit verblieben: Ungarn und der Vatikan. Wir k\u00f6nnen uns \u00fcber die Gesellschaft nicht beklagen, doch m\u00fcssen wir in den kommenden Monaten mit ernsthaften Konsequenzen rechnen.<\/p>\n<p>Wir m\u00fcssen der Tatsache ehrlich ins Auge blicken, dass der Krieg immer wilder und erbarmungsloser sein wird, deshalb sollten wir uns darauf vorbereiten, dass auch der Tonfall uns gegen\u00fcber immer r\u00fcder und schonungsloser sein wird. Provokationen, Beleidigungen, Drohungen und Erpressungen. Ich kann nicht versprechen, dass es leicht sein wird, aber dass wir festbleiben werden, schon. Wir haben schon l\u00e4ngst die die Souver\u00e4nit\u00e4t respektierende diplomatische Druckaus\u00fcbung hinter uns. Wo sind jene gem\u00fctlichen Zeiten, in denen 2014 Hillary Clinton nur einen guten Freund, einen\u00a0<em>good friend<\/em>\u00a0hierherschickte, um die Ungarn mit Demonstrationen gegen die Regierung und einigen Einreiseverboten zu einer Einsicht zu bringen. Damals haben wir gut man\u00f6vriert, unsere Erwartungen best\u00e4tigten sich und in Person von Donald Trump kamen die entlastenden befreundeten Truppen an, zum Gl\u00fcck nicht hier, sondern in Washington. Seitdem ist viel Wasser den Potomac hinuntergeflossen. Ein Gl\u00fcck, dass man sich im Wei\u00dfen Haus seinen Sinn f\u00fcr Humor bewahrt hat und Pr\u00e4sident Biden statt eines guten Freundes einen Pressemann, einen\u00a0<em>press man<\/em>\u00a0als Botschafter entsandt hat, um die Ungarn um jeden Preis, aber unbedingt in das Kriegslager hineinzupressen, aus uns eine Anschlusserkl\u00e4rung herauszupressen. Das ist gut so, der Humor hilft der Freundschaft \u00fcber die schwierigeren Zeiten hinwegzukommen. Doch soweit sollte man nicht kommen, dass sie das n\u00e4chste Mal irgendeinen Mann namens Puccini schicken \u2026<\/p>\n<p>Meine sehr geehrten Damen und Herren!<\/p>\n<p>Wir kalkulieren so, dass es 2024 in Amerika erneut Wahlen geben wird, unsere republikanischen Freunde bereiten sich mit strotzenden Muskeln auf die R\u00fcckkehr vor. Ich erwarte auch, dass die Demokratie auch in Europa ihre Kraft zeigt und die \u00f6ffentliche Meinung immer st\u00e4rker auf der Seite des Friedens sein wird, eine Feuerpause, Friedensverhandlungen, mehr N\u00fcchternheit fordert und wenn es sein muss, dann neue Regierungen w\u00e4hlt. Es wird nicht gerade ein Spaziergang sein, jedoch f\u00fchren die glatteren und bequemeren Wege alle in den Krieg.<\/p>\n<p>Meine sehr geehrten Damen und Herren!<\/p>\n<p>Wir haben keine Illusionen, wir sind weder naiv noch \u201968-er Blumenkinder oder tr\u00e4umende Pazifisten. Wir wissen, dass es zu den Verhandlungen nicht zwischen den Ukrainern und den Russen kommen wird. Frieden wird es dann geben, wenn die Amerikaner und die Russen miteinander verhandeln. Das wird unvermeidlich eintreten, doch je sp\u00e4ter es dazu kommt, einen desto h\u00f6heren Preis werden wir alle daf\u00fcr zahlen. Nach der Meinung der Anh\u00e4nger des Krieges steht die Zeit auf Seite der Ukrainer und des Westens, deshalb m\u00fcsse man den Kampf fortsetzen, das ver\u00e4ndert das Kr\u00e4fteverh\u00e4ltnis, es wird einen Sieg \u00fcber Russland geben und der Sieg bringt den Frieden. Doch nach Meinung der ungarischen Regierung bringt der weitere Kampf nicht den Sieg und den Frieden, sondern den Tod weiterer hunderttausender Menschen, einen sich erweiternden Konflikt, sich in offenen Krieg verwickelnde L\u00e4nder, jahrelangen Krieg, Zerst\u00f6rung, Leiden und die Gefahr des Weltkriegs. Bleiben wir also beim Frieden, doch das Verteidigungsministerium soll das Schie\u00dfpulver trockenhalten. Soviel zum Krieg.<\/p>\n<p>Meine sehr geehrten Damen und Herren!<\/p>\n<p>Wenn wir die Inflation niederringen wollen, dann m\u00fcssen wir mit dem Verst\u00e4ndnis k\u00e4mpfen. Warum gibt es in ganz Europa Inflation? Das \u00dcbel hat Br\u00fcssel \u00fcber uns gebracht mit den \u00fcber die Energietr\u00e4ger verh\u00e4ngten Sanktionen. Der Name der Krankheit lautet Sanktionsinflation und der Virus ist die Br\u00fcsseler Sanktion. Die Sanktionen sind die Waffen der Br\u00fcsseler Kriegspolitik. Mit den Sanktionen haben sie auf Russland gezielt, aber Europa getroffen. Es ist nicht lange her, als man in Br\u00fcssel versprach, diese Sanktionen w\u00fcrden das Ende des Krieges bringen. Ein Jahr ist vergangen, und das Ende des Krieges ist nicht n\u00e4hergekommen, sondern entfernt sich immer mehr. In Br\u00fcssel hatte man auch versprochen, man w\u00fcrde die Sanktionen nicht auf die Energie ausweiten. Dann hat man dies trotzdem getan. Der Preis des Erdgases stieg um ein Vielfaches und erreichte Ende August das Niveau von 350 Euro. Das ist ein Rekord, seit Menschengedenken haben wir so etwas nicht gesehen. Die Situation hat sich zwar gebessert, doch betr\u00e4gt der Preis des Erdgases auch heute noch das Mehrfache des Preises von 20 Euro vor zwei Jahren. Hinzu kommt noch, dass man in Br\u00fcssel den Preis des Gases mit dem Preis der elektrischen Energie verbunden hat. Vergeblich haben wir und die Polen protestiert. So stieg zusammen mit dem Anstieg der Gaspreise gleich auch der Strompreis. Auch dann, wenn der Strom nicht durch Gasturbinen, sondern durch Sonnenenergie, Wind, Wasserenergie, in Kohlekraftwerken oder durch Atomenergie hergestellt wurde. Es ist die Grundregel der \u00d6konomie, dass die ansteigenden Energiepreise die Preise aller Produkte erh\u00f6hen. Das ist besonders dann so, wenn du einen Gro\u00dfteil der Energie aus dem Ausland importierst, so wie Ungarn. Hinzu kommt noch, dass sich herausstellte, wir haben Russland nicht Quellen entzogen, sondern ihnen mehr Geld gegeben. 2022 ist der Profit der \u00d6l- und Gasindustrie der Welt um 70 Prozent auf die Weise gestiegen, dass die betroffenen Mammute nichts erneuert, nicht mehr produziert haben, sondern nur den Sanktionsextraprofit eingesteckt haben, was sie die europ\u00e4ischen Menschen haben zahlen lassen. Die Sanktionen haben 2022 den Ungarn viertausend Milliarden Forint aus ihrer Geldb\u00f6rse genommen. Viertausend Milliarden Forint! Um soviel mehr haben die ungarischen Betriebe, der Staat und die Familien in Ungarn wegen der Sanktionen f\u00fcr Energie ausgegeben. Diese Summe h\u00e4tten die Firmen f\u00fcr Lohnerh\u00f6hungen, der Staat f\u00fcr Steuersenkungen oder zur Unterst\u00fctzung von Familien und die Familien f\u00fcr den Wohnungskauf oder f\u00fcr ihre Kinder ausgeben k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Man steht nur inmitten der Br\u00fcsseler Glaspal\u00e4ste und will nicht glauben, was dort geschieht. Man muss den Realit\u00e4ten ins Auge blicken: Aus Br\u00fcssel kommen anstatt Hilfe nur weitere Sanktionen. Den uns zustehenden Teil des Europ\u00e4ischen Wiederaufbauprojekts hat die Br\u00fcsseler B\u00fcrokratie mit wohlbedachter B\u00f6swilligkeit Ungarn und Polen nicht gegeben. Wir haben so ein Geld 2022, im schwierigsten Jahr, nicht erhalten, das die Mitgliedsstaaten als gemeinsamen Kredit aufgenommen hatten und deren auf uns entfallenden Teil wir, Ungarn, werden dann zur\u00fcckzahlen m\u00fcssen. Sie suchen nach Fl\u00f6hen in der ungarischen Rechtsstaatlichkeit, w\u00e4hrend der Gef\u00e4ngniswagen am Geb\u00e4ude des Europ\u00e4ischen Parlaments permanent im Bereitschaftsdienst ist. In Wirklichkeit m\u00fcssten die Mitgliedsstaaten Br\u00fcssel kontrollieren und nicht Br\u00fcssel die Mitgliedsstaaten. Ich hoffe, nach den Europawahlen 2024 wird dies so sein. Wenn Br\u00fcssel schon unbedingt einen Krieg f\u00fchren will, dann sollte es gegen die Inflation einen Krieg f\u00fchren. Das tut es nicht. Wir jedoch f\u00fchren st\u00e4ndig den unsrigen. Schon jetzt haben wir etwa zwei Dutzend Ma\u00dfnahmen getroffen, mit denen wir die Firmen und die Familien sch\u00fctzen.<\/p>\n<p>Und, meine Freunde, jetzt ist es am wichtigsten, dass wir die Inflation nicht als einen unab\u00e4nderlichen Gottesfluch betrachten. Und obwohl die Inflation H\u00f6chstwerte erreicht und den Familien gro\u00dfe Lasten auferlegt, darf man sich nicht vor ihr erschrecken und man darf sich nicht mit ihr abfinden. Man muss handeln und das wird sein Ergebnis haben. Von S\u00e1ndor Demj\u00e1n habe ich gelernt, dass es in der Zeit der Krise keine Normativit\u00e4t gibt. Man muss mutig in die Wirtschaft eingreifen. Wir tun das, deshalb spart eine durchschnittliche Familie durch die Senkung der Nebenkosten monatlich 181 tausend Forint. Das ist in ganz Europa alleinstehend. Die Linke fordert die R\u00fccknahme des Lebensmittelpreisstopps, doch er bleibt, bis es uns gelingt, die Inflation auf eine abnehmende Bahn zu setzen. Die Linke fordert auch die Beendigung des Zinsstopps f\u00fcr die Bev\u00f6lkerung, auf wenig \u00fcberraschende Weise gemeinsam mit den Banken. Doch der Zinsstopp sch\u00fctzt 350 tausend Familien vor den wilden Spr\u00fcngen der Zinsen und solange diese nicht zu schrumpfen beginnen, muss der Stopp auch bleiben. Statt der R\u00fccknahme haben wir ihn lieber auch auf die Studienkredite erweitert: Auf diese Weise sch\u00fctzen wir 200 tausend Studenten vor der Inflation. Der Ausbildungskredit ist zinsfrei und der Zinssatz des frei verwendbaren Studentenkredites betr\u00e4gt die H\u00e4lfte der Zinsen des freien Marktes. Und jetzt f\u00fchren wir auch die verg\u00fcnstigte Komitatsmonatskarte ein. Mit dem 1. Mai bieten wir eine f\u00fcr den Bus und die Bahn gleicherma\u00dfen g\u00fcltige monatliche Landes- und Komitatsmonatskarte an. Die Komitatsmonatskarte kostet dann 9.450 Forint, die Landesmonatskarte 18.900 Forint. Jene, die mit den \u00f6ffentlichen Verkehrsmitteln zur Arbeit fahren, k\u00f6nnen eine bedeutende Summe sparen.<\/p>\n<p>Meine sehr geehrten Damen und Herren!<\/p>\n<p>Einen guten Schild zu schmieden, der auch die schweren Schl\u00e4ge abf\u00e4ngt, ist eine kostspielige und teure Sache. Deshalb muss man den Extraprofit von dort wegnehmen, wo er entsteht. Wir haben die Banken, die Energiefirmen und die Handelsmultis besteuert. Und den abgef\u00fchrten Extraprofit haben wir in den Fonds zum Schutz der Nebenkosten \u00fcberf\u00fchrt.<\/p>\n<p>Summa summarum, 2022 war ein Jahr, dass das R\u00fcckgrat der ungarischen Wirtschaft h\u00e4tte zerbrechen k\u00f6nnen. Die offiziellen Schwarzseher, die einen wohlklingenden Namen besitzenden ehemaligen Notenbankpr\u00e4sidenten, die \u00fcbergelaufenen rechten \u00d6konomen haben auch damit gerechnet und uns schon l\u00e4ngst beerdigt. Bankrotts, Arbeitslosigkeit, Forintzusammenbruch, Zahlungsunf\u00e4higkeit, Armageddon. Das kam in den linken Prophezeiungen vor. Jetzt, im Februar, liegt die Besch\u00e4ftigung h\u00f6her als jemals zuvor, besitzen wir Devisenreserven in einer Rekordh\u00f6he und der Forint hat sich beruhigt. Die Wahrheit ist, dass bei schmerzhaft hoher Inflation im Jahr 2022 die ungarische Wirtschaft drei Rekorde auf einmal gebrochen hat. Ein Triple. Ich hoffe, Kapit\u00e4n Rossi wird aufmerksam. Noch nie haben so viele Menschen in Ungarn gearbeitet. Unsere Ausfuhr hat einen Rekord gebrochen und noch nie kam es zu so vielen Investitionen in Ungarn wie 2022 Trotz der hohen Preise sind wir deshalb noch immer auf den Beinen und deshalb bleibt die Wirtschaft auch 2023 nicht stehen. Die Inflation ist wie ein Tiger und du besitzt nur eine Patrone. Wenn du ihn nicht triffst, frisst er dich. Ich bitte Sie, vertrauen Sie uns, wir treffen ihn. Hier\u00fcber k\u00f6nnen wir auch Wetten abschlie\u00dfen, bis zum Ende des Jahres hobeln wir die Inflation in den einstelligen Bereich.<\/p>\n<p>Meine lieben Freunde!<\/p>\n<p>Wie wir sehen, ist die Lage ernst, aber nicht hoffnungslos. Sie erweckt eher Hoffnungen. Die Lebensinstinkte der Ungarn funktionieren, auch jetzt durchschauen sie die Dinge richtig und wie es die Nationale Konsultation gezeigt hat, ist hinsichtlich der Hauptziele die \u00dcbereinstimmung breit. Von hier aus danke ich allen, die an ihr teilgenommen haben! Wir bleiben dem Krieg fern, Ungarn bleibt die Insel des Friedens und der Sicherheit, wir brechen auch die Inflation \u2013 das ist immer die Sache der Regierung. Das wird keine Fehler beinhalten. Doch gibt es hier noch etwas, zu dem selbst die noch so selbstsichere Regierung alleine zu wenig sein wird. Auch Sie wissen es, ein jeder hat davon geh\u00f6rt, was f\u00fcr eine sch\u00e4ndliche Sache in der einen Schule geschehen ist. Man versteht gar nicht, warum der Himmel uns nicht auf den Kopf f\u00e4llt und warum sich nicht die Erde unter uns \u00f6ffnet, um den zu verschlingen, dessen Platz dort w\u00e4re.<\/p>\n<p>Meine lieben Freunde!<\/p>\n<p>Reden wir geradeheraus. F\u00fcr P\u00e4dophilie gibt es kein Pardon. Das Kind ist heilig und unantastbar. Und es ist die Sache der Erwachsenen, die Kinder um jeden Preis zu sch\u00fctzen. Und es interessiert uns nicht, dass die Welt verr\u00fcckt geworden ist. Es interessiert uns nicht, welchen absto\u00dfenden Marotten einzelne Personen nachgehen. Es interessiert uns nicht, womit Br\u00fcssel das Unerkl\u00e4rbare entschuldigt und erkl\u00e4rt. Das hier ist Ungarn. Hier muss es das strengste Kinderschutzsystem Europas geben. Die Rechtsvorschriften existieren, die fehlenden wird es geben, doch in dieser Angelegenheit kann nicht einmal die entschlossenste Regierung allein zum Erfolg kommen. Hier werden auch alle n\u00f6tig sein: Eltern und Gro\u00dfeltern, M\u00fctter und V\u00e4ter, P\u00e4dagogen und Erzieher. Denn die Genderpropaganda ist keine lustige Narretei, kein regenbogenfarbiger Schm\u00e4h, sondern die gr\u00f6\u00dfte auf unsere Kinder lauernde Gefahr! Wir wollen, dass man unsere Kinder in Frieden l\u00e4sst! Was zu viel ist, ist zu viel. Solche Dinge haben nichts, aber auch gar nichts in Ungarn, insbesondere in unseren Schulen zu suchen. Ich z\u00e4hle auf Sie, wir z\u00e4hlen auf alle einf\u00fchlsamen ungarischen Menschen, damit wir diese Arbeit 2023 gemeinsam ein f\u00fcr alle Mal beenden k\u00f6nnen!<\/p>\n<p>Der liebe Gott \u00fcber uns allen, Ungarn vor allem! Vorw\u00e4rts Ungarn!<\/p>\n<p>\u2014<\/p>\n<p><em>\u00dcbersetzung durch das\u00a0B\u00fcro f\u00fcr internationale Kommunikation der ungarischen Regierung<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Ungarn\u00a0\u2013 Jedes Jahr, Mitte Februar, h\u00e4lt der ungarische Ministerpr\u00e4sident Viktor Orb\u00e1n eine Rede zur \u201eLage der Nation\u201c, in der er die wichtigsten Themen des vergangenen und des kommenden Jahres anspricht. Wir haben eine \u00dcbersetzung der Rede vom Internationalen Kommunikationsb\u00fcro der ungarischen Regierung erhalten und ver\u00f6ffentlichen sie hier in voller L\u00e4nge: Guten Tag! 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