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„70 Jets in Alarmbereitschaft“: Diese geheime NATO-Übung mit Atomrolle sorgt für Nervosität in Europa (und läuft schon jetzt)

„70 Jets in Alarmbereitschaft“: Diese geheime NATO-Übung mit Atomrolle sorgt für Nervosität in Europa (und läuft schon jetzt)
Illustration von der NATO-Übung „Steadfast Noon“ zur nuklearen Abschreckung.
KURZ GESAGT
  • 🛡️ Die NATO startet ihre jährliche nukleare Abschreckungsübung, um Einsatzbereitschaft und Transparenz zu gewährleisten.
  • ✈️ An der Übung nehmen rund 70 Flugzeuge aus 14 verbündeten Nationen teil, unterstützt von etwa 2.000 Personen.
  • 🇺🇸 Die USA beteiligen sich erstmals mit F-35-Jets in der Rolle dual-fähiger Flugzeuge an der Übung.
  • ⚠️ Trotz internationaler Spannungen betont die NATO den defensiven und routinemäßigen Charakter der Übung.

Die NATO hat kürzlich ihre jährliche nukleare Abschreckungsübung „Steadfast Noon“ gestartet, ein routinemäßiges Training, das darauf abzielt, die Einsatzbereitschaft zu gewährleisten und Transparenz in Bezug auf die nukleare Haltung des Bündnisses zu fördern. Dieses Jahr wird die Übung in den Niederlanden ausgerichtet, mit dem Luftwaffenstützpunkt Volkel als primärem Knotenpunkt. Unterstützende Operationen finden auf dem Luftwaffenstützpunkt Kleine-Brogel in Belgien und der Royal Air Force Lakenheath im Vereinigten Königreich statt. An der Übung nehmen rund 70 Flugzeuge aus 14 verbündeten Nationen und etwa 2.000 Personen teil, die direkt die Übung unterstützen.

NATO’s nukleare Abschreckungsübung

NATO-Generalsekretär Mark Rutte betonte in einer Videoansprache, dass es darum gehe, die nukleare Abschreckung glaubwürdig, sicher und effektiv zu halten. Die Übung signalisiere potenziellen Gegnern, dass alle Verbündeten gegen Bedrohungen geschützt und verteidigt werden können. NATO-Vertreter betonen, dass es sich bei „Steadfast Noon“ um eine geplante, wiederkehrende Übung handelt, die nicht mit aktuellen Weltereignissen in Verbindung steht. Es werden keine scharfen Nuklearwaffen verwendet. Das Training umfasst konventionelle und dual-fähige Flugzeuge, Überwachungsmaßnahmen, Luftbetankung sowie Kommando- und Kontrollfähigkeiten.

Jim Stokes, der Direktor für Nuklearpolitik bei der NATO, erklärte, dass die Allianz die öffentliche Kommunikation über „Steadfast Noon“ in diesem Jahr verstärkt habe. Ziel sei es, zu verdeutlichen, dass die Übung Teil der routinemäßigen Einsatzbereitschaft ist. Stokes betonte, dass die NATO verantwortungsbewusst handle und keine aggressive oder unverantwortliche nukleare Rhetorik verwende. Die Organisation und Durchführung der Übung erfordert eine gemeinsame Anstrengung der Verbündeten, sagte Oberst Daniel Bunch, Chef der Nuklearoperationen im Supreme Headquarters Allied Powers Europe.

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Teilnahme der USA

Eine bemerkenswerte Änderung in diesem Jahr ist die Teilnahme der USA mit vier F-35-Jets in der Rolle der dual-fähigen Flugzeuge. Zuvor hatten F-15E Strike Eagles diese Mission ausgeführt. Oberst Bunch erklärte, dass die Vereinigten Staaten auch Tankflugzeuge und andere Unterstützungsflugzeuge bereitstellen würden. Die Niederlande werden F-35-Jets von Volkel aus betreiben, und Schweden, das kein NATO-Mitglied ist, aber eng mit der Allianz kooperiert, wird mit Gripen-Jägern teilnehmen.

Ein wesentlicher Teil der Unterstützung erfolgt von konventionellen Flugzeugen, die von der Skrydstrup Air Base in Dänemark aus operieren. Die teilnehmenden Verbündeten stellen elektronische Kriegsplattformen, Aufklärungs- und Überwachungsflugzeuge, Kommando- und Kontrollsysteme sowie Betankungsflugzeuge bereit, die laut Bunch „entscheidend sind, um die Flugzeuge bis zum Ziel zu bringen“. Die Übung findet vor dem Hintergrund erhöhter internationaler Spannungen und erneuter Aufmerksamkeit für Nuklearstreitkräfte statt.

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70 Flugzeuge im Einsatz

Die Teilnahme an „Steadfast Noon“ rotiert unter den verbündeten Nationen. In diesem Jahr mobilisiert die Übung mehr Flugzeuge als in einigen der letzten Ausgaben: etwa 70 im Vergleich zu rund 60 in den Übungen 2022–2024. Zusätzlich zu den dual-fähigen Schlagkräften sind „Dutzende“ unterstützender Plattformen beteiligt. Oberst Bunch erklärte, dass ein Teil des Trainings sich darauf konzentrieren werde, nukleare Anlagen am Boden gegen verschiedene Bedrohungen zu schützen. Die Piloten und Flugzeuge, die an der Übung beteiligt sind, sind für die nukleare Mission zertifiziert, aber es werden keine Waffen geladen oder geflogen.

In den letzten Jahren hat die Allianz versucht, bei nuklearen Übungen transparenter zu sein, um die Öffentlichkeit und Partner zu beruhigen und potenzielle Gegner abzuschrecken. „Wir fördern Transparenz, wo und wann es angemessen ist, damit unsere verbündeten Bevölkerungen und die Welt verstehen, was wir tun“, sagte Stokes.

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Internationale Reaktionen und politische Bedeutung

Die NATO-Übung „Steadfast Noon“ findet in einer geopolitisch angespannten Zeit statt. Im Februar warnte Russlands stellvertretender Außenminister Sergej Werschinin vor einem hohen Risiko einer direkten militärischen Konfrontation zwischen Nuklearstaaten. Mehrere Länder, darunter Frankreich und Russland, modernisieren ihre Sprengköpfe und Trägersysteme. Trotz dieses Hintergrunds heben NATO-Vertreter den defensiven und routinemäßigen Charakter von „Steadfast Noon“ hervor. „Es ist ein jährliches Training und es ist regelmäßig“, sagte Rutte. „Wir müssen dies tun, weil es uns hilft sicherzustellen, dass unsere nukleare Abschreckung so glaubwürdig, sicher und effektiv wie möglich bleibt.“

Die Übung soll bis Ende der Woche laufen, wobei die beteiligten Flugzeuge nach Abschluss der Trainingsflüge zu ihren Heimatstützpunkten zurückkehren. Die NATO unterstreicht, dass die Übung nicht als Provokation verstanden werden sollte, sondern als notwendiger Bestandteil der Verteidigungsstrategie des Bündnisses.

Angesichts der aktuellen internationalen Lage und der Herausforderungen, vor denen die NATO steht, stellt sich die Frage, wie die Allianz in Zukunft ihre nukleare Strategie weiterentwickeln wird. Wird das Bündnis in der Lage sein, die notwendige Balance zwischen Abschreckung und Entspannung zu finden?

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