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Ein innovatives Schweizer Startup hat eine Technologie entwickelt, die ursprünglich für die Erkundung des Mars konzipiert wurde und nun zur Sicherheit von Infrastrukturen in Europa beiträgt. Die Firma Mondaic, ein Spin-off der ETH Zürich, hat eine Wellentechnologie adaptiert, die ursprünglich dazu diente, die innere Struktur des Roten Planeten zu untersuchen. Diese Technologie wird jetzt verwendet, um versteckte Schäden in Brücken, Pipelines und Flugzeugteilen zu erkennen, ohne die Strukturen physisch öffnen zu müssen.
Von der Mars-Erforschung zur Infrastruktur-Überwachung
Mondaic wurde 2018 von Christian Boehm, Michael Afanasiev und Lion Krischer gegründet. Die drei Wissenschaftler erkannten das Potenzial der von ihnen entwickelten Modellierungstools, die ursprünglich für die Analyse seismischer Daten der NASA-Mission InSight zum Mars gedacht waren. Sie entdeckten, dass dieselben Wellentechniken auch auf die Untersuchung von festen Strukturen auf der Erde angewendet werden können.
Die Technologie von Mondaic nutzt die Ausbreitung von Wellen durch feste Objekte. Sensoren erfassen, wie interne Merkmale die Bewegung der Wellen verändern. Durch den Vergleich dieser Daten mit einem digitalen Modell des Objekts kann die Software Unregelmäßigkeiten erkennen, die auf Schäden hinweisen. Diese Methode erlaubt es, strukturelle Schwächen wie Risse oder Hohlräume zu identifizieren, ohne die Struktur zu beschädigen.
Der Weg von der Forschung zur Praxis
Die Umwandlung eines Forschungswerkzeugs in ein marktfähiges Produkt stellte das Team vor Herausforderungen. Christian Boehm betont, dass sie die Software benutzerfreundlich gestalten und den gesamten Prozess von der Datenerfassung bis zur Bildverarbeitung automatisieren mussten. Heute kombiniert die Plattform präzise Wellenphysik mit Cloud-basiertem Computing.
Dank moderner Cloud-Lösungen können komplexe Analysen, die einst Supercomputer erforderten, nun innerhalb von Minuten abgeschlossen werden. Mondaics System bietet eine vollständige Lösung, die Software, Sensoren, Beratung und Cloud-Unterstützung umfasst. Die Anwendung ist für Infrastrukturteams konzipiert, die keine Hintergrundkenntnisse in der Wellenphysik haben.
Breites Anwendungsspektrum der Technologie
Mondaics Technologie hat sich in verschiedenen Bereichen als nützlich erwiesen. Sie half beispielsweise, einen versteckten Gang in der Großen Pyramide von Ägypten aufzudecken, Erdbebenrisiken einzuschätzen und nukleare Tests zu überwachen. In der Schweiz arbeitet das Startup mit dem Bundesamt für Strassen (ASTRA) zusammen, um Brücken zu inspizieren. Durch den Einsatz von Ultraschallwellen können Probleme wie Lufttaschen oder Wasserschäden frühzeitig erkannt und rechtzeitig behoben werden.
Auch in der Luftfahrtindustrie zeigt die Technologie Potenzial. Bei Tests mit der ETH Zürich und der Fachhochschule Nordwestschweiz (FHNW) wurde Herstellungsfehler in Flugzeugteilen aus Kohlefaser erkannt. Diese Anwendungen unterstreichen die breite Einsatzfähigkeit der Mondaic-Technologie.
Ausblick und zukünftige Entwicklungen
Obwohl die Technologie bereits erfolgreich in verschiedenen Bereichen eingesetzt wird, gibt es noch viele Möglichkeiten für zukünftige Entwicklungen. Christian Boehm äußerte in einer Pressemitteilung die Hoffnung, dass eines Tages ein von Mondaic inspiziertes Bauteil zum Mars fliegen könnte. Bis dahin bleibt jedoch noch viel Arbeit auf der Erde zu tun.
Die Adaption von Weltraumtechnologien für den Einsatz auf der Erde zeigt, wie Wissenschaft und Forschung zu praktischen Lösungen für alltägliche Probleme führen können. Welche weiteren innovativen Technologien könnten in Zukunft aus der Weltraumforschung hervorgehen und unseren Alltag auf der Erde bereichern?



