Der ungarische Botschafter in Frankreich weist Le Monde in die Schranken

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Frankreich – Infolge von offen tendenziösen Artikeln (hierda, und hier), die von Le Monde am 6. April 2018 veröffentlicht wurden, hat der ungarische Botschafter in Frankreich einen offenen Brief geschrieben um diese Manipulationen zu analysieren und diese verzerrten Schriften zu beantworten.

Von S.E.H. Georges Károlyi :

Die Ungarn haben gewählt und ihre Meinung deutlich ausgesprochen, trotz des Trimmens der französischen Öffentlichkeit durch zwei Ungarn gewidmete Seiten in Le Monde am 6. April, die ein echtes Paradestück darstellen.

Auf einer gesamten Seite erfahren wir verblüffende Enthüllungen über Schweden, bei denen man umsonst eine Verbindung mit den Wahlen in Ungarn sucht. Unsere schwedischen Freunde werden die Instrumentalisierung zu schätzen wissen. Jean-Baptiste Chastand, der mit der Verunglimpfung und dem Verruf mit einer Leichtigkeit umgeht, die Bewunderung heischt, nimmt sich die Mühe, um seinen Kollegen der öffentlichen Medien in Ungarn eine Lektion in Berufsethos zu erteilen. Dank Le Monde werden letztere nunmehr wissen, wie es sich ziemt, die Fernsehnachrichten zu moderieren. Diese Fürsorge rührt uns, sie ist ein schönes Beispiel für die europäische Zusammenarbeit unter Fachleuten. Das Thema der Lektion: „Die ungarischen Journalisten haben nichts verifiziert und nichts relativiert“. Man glaubt, man träume. Was tut denn Le Monde verifizieren, relativieren oder verstehen, wenn sie Ungarn als die Höhle des Illiberalismus, des Antisemitismus, der Fremdenfeindlichkeit, der Korruption, der Gleichschaltung der Justiz, der Knebelung der Medien und des Todes des Rechtsstaates schildert?

Nein, Herr Gauquelin, auf Artikel zu reagieren heißt nicht die Medien diskreditieren. Das heißt diese für das behandeln, was sie sind: Machtorgane. Anstatt aufzubrausen sollten Sie darüber geehrt sein und auch die Konsequenzen davon hinnehmen. Hören Sie auf „Skandal!“ zu schreien, man kann Sie nicht mehr hören. Danke auf jeden Fall für die diskrete Andeutung auf die „Botschafter, die bei fast jeder Erwähnung Ungarns in einem Artikel rasch auf Facebook reagieren und deren offene Briefe sich manchmal auf dem Blog von Regierungssprecher Kovács wieder zu finden sind“. Ich glaubte mich zu erkennen. Sie hätten hinzufügen können, dass mein offener Brief sich auch auf dem sehr europäischen Brüssler Portal Politico wieder fand, dies hätte mir gefallen. Statt dieser späten und rostigen Andeutung hätte ich einige Zeilen als Antwort seitens der Zeitung als anständiger empfunden. Frage des savoir-vivre. Was Facebook und den offenen Brief betrifft, so sind das meine einzigen Ausdruckmittel, da Le Monde mir nicht erlaubt, mich in ihren Seiten auszudrücken, im Gegensatz zu einer beruflichen Oppositionellen, der eine breite Tribüne in der Ausgabe von Samstag gewidmet wurde (man hätte ihre Worte im voraus hersagen können). Ich sehe da die Sorge Le Mondes, ihren Lesern eine möglichst betonierte Information anzubieten. Und fallen Sie doch nicht in die Paranoia: nicht alle Artikel geben Anlaß zu „Klageliedern“ (ihre ausgezeichnete Studie über die Stärken und Schwächen der ungarischen Wirtschaft, die am nächsten Tag in Le Monde erschien, zeigt ja, was Sie können), ich glaube auch nicht, dass ich gegenüber den Zeitungen schreibsüchtig sei, aber manche Artikel können einfach nicht ohne Reaktion bleiben.

Die Ungarn haben also gewählt. Zur Stunde, wo ich schreibe, scheinen sie eine sehr breite Fidesz-Mehrheit ins Parlament gekürt zu haben. Offensichtlich ist das nicht das von Le monde erwünschte Szenario. Ihre Propagandisten werden das Nachsehen haben. Hier auch war das wishful thinking Blaise Gauquelins schon sehr rührend, der verzweifelt versuchte nachzuweisen, dass der Fidesz in den Umfragen hinten stand, dass eine Mehrheit gegen ihn war (selbstverständlich: er erzielte „nur“ 45% in den Unfragen, nun erhielt er beinahe 50%) und dass es Möglichkeiten gab, dass er geschlagen werde. Das erinnert mich an diese Analysten, die uns letztes Jahr hochgelehrt, durch „Beweise“ gestützt, erklärten, dass Marine Le Pen „Chancen“ hatte, gegen Emmanuel Macron zu gewinnen. Es scheint mir jedoch, dass die ungarischen Wähler es besser wußten, als die besten von Le Monde in Anspruch genommenen Prognostiker.

Und heute Nacht, als ich eingeschlafen bin, nachdem ich die Wahlergebnisse erfahren hatte, I had a dream: wird Le Monde eines Tages fähig sein, sich soweit anzustrengen um Ungarn zu verstehen?

Georges Károly

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