Kulturkampf in Ungarn: mit der „Gendertheorie“ ist es vorbei und es ist bloß der Anfang

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Von Ferenc Almássy.

Ungarn – Im Zusammenhang mit dem bedeutenden „kulturellen und ideologischen Kampf“, der die politische, kulturelle und intellektuelle Landschaft des Landes neuzeichnet, wurde nun die staatliche Finanzierung des Unterrichts der „Gendertheorie“ in Ungarn eingestellt.

Es ist diesen Sommer, mitten im August entschieden worden. Die Studenten, die den Studiengang „Geschlechterforschung“ angefangen haben, werden diesen auch noch mitfinanziert bekommen, aber danach nicht mehr. Diese Maßnahme der neuen Regierung Viktor Orbáns hat eine mehr denn je dahinsiechende Opposition kalt erwischt. „Und dann kommt noch das Verbot der Abtreibung?“ warnte dabei das linksliberale Magazin HVG. „Oder gar das Verbot der Mathematik?“ versuchte Azonnali, ein weiteres linksliberale Medienportal, zu ironisieren.

Nach seinem großartigen Wahlsieg im vergangenen April hat Viktor Orbán einige Veränderungen in seiner Regierungsmannschaft vorgenommen. Und diejenige darunter, die am meisten Aufsehen erregt, ist zweifelsohne die Ernennung des großen Medizinprofessors und Chirurgen Miklós Kásler an die Spitze des Ministeriums für „Humanressourcen“, das die Ministerien für Gesundheit, Unterrichtswesen bzw. Sozialpolitik und Arbeit zusammenfasst. Miklós Kásler besitzt alle Voraussetzungen für diesen Posten: mit 25 Diplomen, Dekorationen bzw. Preisen leitet dieser Onkologe das ungarische Landesinstitut für Onkologie und unterrichtet an der Universität. Er ist aber auch unbeugsam christlich und illiberal. Seiner Meinung nach hat der Liberalismus seine Grenzen erreicht. Und gemäß diesem eminenten Professor würde die buchstäbliche Einhaltung der Zehn Gebote u.a. dazu führen, dass man weniger Krankheiten und eine bessere öffentliche Gesundheit hätte. Grund genug, um die liberalen Kräfte zu irritieren.

Parallel dazu bringt die Arbeit des szeklerischen Journalisten Árpád Szakács seit dem Frühling ebenfalls ihre Früchte. In einer in der großen Orbán-nahen Tageszeitung Magyar Idők veröffentlichten Artikelserie unter dem Titel „Kinek a kulturális diktatúrája?“ („Wessen Kulturdiktatur?“) prangert Árpád Szakács die Hegemonie der liberalen Linken im Kulturbereich an, indem er dabei Zahlen und Namen nennt und mit jedem neuen Artikel – es ist inzwischen der dreizehnte! – eine Art Erdbeben hervorruft. Seine methodische Anprangerung hat schon zur Entlassung des Direktors eines Instituts geführt, der allzu sehr dazu neigte, die bolschewistischen Verbrechen zu minimieren bzw. die Stipendien von Linksliberalen zu finanzieren.

Dieser regelrechte Kulturkampf gegen die in den kulturellen, Medien- bzw. intellektuellen Bereichen allgegenwärtige und hegemoniale Linke ist möglich geworden, weil Viktor Orbán grünes Licht dafür gegeben hat. Anläßlich seiner Rede in Tusványos Ende Juli hatte der starke Mann von Budapest dies deutlich angekündigt.

Der Grundgedanke dabei ist es, die typische Schizophrenie – oder die bloße Feigheit? – des rechten Politikers zu beenden, die Meinung bzw. gar das moralische Urteil seiner Gegner und Feinde zu finanzieren bzw. auf einen Sockel zu heben. Der nachhaltige Erfolg der Wirtschaftspolitik Viktor Orbáns, seine meisterhaften wiederholten Wahlsiege, sein steigender Einfluß auf die Alte Welt, ohne gar den Zusammenbruch der Opposition zu erwähnen – die gleich einer intellektuellen Wüste unaufhörlich hohle Mantras ableiert, sich bekriegt und nach einer Lösung aus dem Außen sucht –, das alles gibt dem illiberalen Lager Viktor Orbáns eine einmalige Chance, eine Entliberalisierung durchzuführen. Nachdem er die Entkommunisierung des Landes zwischen 1989 und 2002 verfehlte, versucht Orbáns Fidesz heute, den gleichen Fehler nicht noch einmal zu begehen bzw. möchte nun endlich die antinationalen Kräfte aus den Institutionen vertreiben.

Und die „Geschlechterforschung“ zahlt nun dafür die Zeche.

Wie anfangs August angekündigt wurden die beiden Universitäten – darunter die Central European University (CEU) –, die diese Pseudowissenschaft unterrichten, das ein regelrechtes Werkzeug für die Formatierung und den Import der liberalen Ideologie darstellt, angewiesen, daß dies in Zukunft nicht mehr vom Staat subventioniert wird. In der weitgehend von Äsops Fabel „Der Hirtenjunge und der Wolf“ inspirierten Opposition warnt man weiter vor der Diktatur, doch niemand hört ihr mehr zu, da alle der lauthalsen Proteste müde sind, die gegen alles warnen, was Orbán unternimmt. Übrigens waren die meisten Revolutionären gerade im Urlaub. Doch ist die Sommerpause bald zu Ende und man wird also dann sehen, welche „spontane“ Reaktionen dieses Verbot nun mal verursacht.

Für den Präsidenten des Parlaments László Kövér stellt die „Gendertheorie“ einen ideologischen „sozialwidrigen“ bzw. „extremistischen“ Import dar. Herr Kövér geht sogar weiter: manche versuchen, den „Genderismus“ als eine Wissenschaft gelten zu lassen, während er bloß eine Ideologie ist und „es sich dabei um die Einrichtung einer Geisteshaltung handelt,“ die keinen Deut besser als der NS-Eugenismus sei.

Kurz gesagt, Schluß mit der Gendertheorie! Ungarn will nichts mehr davon wissen. Und es ist bloß der Anfang, denn die Frage wird schon gestellt: Wie hat man das erlauben können? Wer hat das nach Ungarn importiert?

Richtigstellung: wir haben diesen Text verändert, der irrtümlicherweise ankündigte, daß die „Genrestudien“ verboten werden, doch eigentlich wird nur deren staatliche Finanzierung eingestellt.

4 Comments

  1. Hoffentlich wird die Genderideologie in ganz Europa auf dem Müllhaufen der Geschichte entsorgt. Ungarn macht das richtig. Bei uns in Deutschland sieht es leider so aus:

    Kinder und Jugendliche werden bereits in der Schule mit Inhalten aus der Genderideologie beeinflusst. Es wird teils offen die Zweigeschlechtlichkeit dabei in Frage gestellt, und das im Biologieunterricht. Die Zweigeschlechtlichkeit, die wissenschaftlich eindeutig belegt ist, die aber laut einem Vertreter der Gendersens eine Erfindung der Nazis (!) ist.

    Den Schülern wird die normale Ehe zwischen Mann und Frau mit eigenen Kindern als nur noch eine Form des familiären Zusammenlebens von vielen präsentiert – in einer Zeit, in der Ehe und Familie regelrecht auf Populationsebene zusammenbrechen, und der Geburtenmangel nicht nur die Renten gefährdet, sondern einer der Gründe ist, warum wirklich in einigen Jahrzehnten der Islam mit hoher Wahrscheinlichkeit die Macht im Lande übernehmen wird.

    Frauen, die sich heutzutage in Deutschland für ein Leben als Hausfrau und Mutter entscheiden, und sei es zeitweise, werden dafür schief angeguckt.

    Dann kommen im öffentlich-rechtlichen Fernsehen als Wissenschaftsmagazine getarnte Propagandasendungen wie “Quarks” oder “Planet Wissen”. Mag sein, dass diese Sendungen bei den meisten Themen seriös sind, aber beim Genderthema war es letzthin richtige Propaganda.

    Auf Facebook und co. wird mittlerweile Kritik an der Genderideologie, auch sachliche, zensiert.

    Vertreter dieser Ideologie unterwandern die Hochschulen und versuchen, die Biologie und z.B auch biologische Fachjournale zu unterwandern. Die ganz wenigen Biologieprofessoren, die sich gegen diese biologie- und wissenschaftsfeindliche Ideologie wehren, werden heftig angefeindet.

    Deshalb gilt: Sich gegen die Genderideologie wehren heißt die Demokratie verteidigen und die Gesellschaft vor dieser Zersetzungstaktik schützen. Ungarn macht das sehr richtig!

    Mehr zum Thema Genderideologie, Auswüchse des Feminismus, und Geschlechterbiologie bei Tier und Mensch bei Bedarf hier

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    1. Eine Anmerkung sei mir gestattet, die auch ich in meinem Beitrag vernachlässigt habe: Zwar ist die Genderideologie vordergründig auf das Geschlecht, eine der Ureigenschaften jedes Lebewesens als zu bekämpfende Wirklichkeit ausgerichtet, beinhaltet jedoch mehr und läßt sich mit seinen Dogmen problemlos erweitern auf Ethnie. Mit der Orwellschen Umdefinition von ‘Rasse’ und ‘Rassismus’ geschieht dies bereits, um den importierten Illegalen eine quotierte Fettlebe auch in gesellschaftlich relevanten Bereichen (Wahlen etc.) zu sichera und nach bewährter Methode “alte weiße Männer” zu diskriminieren. Das Dogma, diese könne man gar nicht diskriminieren, ist bereits feste Lehrmeinung an jeder ‘geisteswissenschaftlichen’ Fakultät.
      Insofern ist es dringlich, den Begriff ‘Gender’ nicht nur geschlechtsbezogen aufzufassen, sondern als universelles ideologisches Mittel zur gewaltsamen Gleichmachung aller unter Diskriminierung der Weißen, auch der weißen Frauen, siehe die Verharmlosung sexueller Übergriffe durch tribale Bunte.

      1. Eine wunderbare Beschreibung der Kulturvernichtung während der maoistischen ‘Kulturrevolution’, dem großen Vorbild der Tritins und Kretschmanns liefern uns zahlreiche Quellen. So wurden z.B. Klavier spielen Könnenden die Finger gebrochen, um sie ‘gleichzustellen’ mit jenen, die es nicht konnten. Sowas ist auch in der Gewalttätigkeit direkt proportional zur Bildungsverweigerung für weiße Kinder, die in den staatlichen Schulen nicht mehr Lesen, Schreiben, Rechnen lernen dürfen, um den analphabetischen, aber guten Wilden in der Dummheit ‘gleichgestellt ‘ zu werden.
        Ceterum censeo, Schlandistan esse delendam.

  2. Der Genderismus stammt aus der Giftküche der kommunistischen 68er- Bewegung und maoistischen Linken unter dem Label Linksgrün und ist die totalitäre Steigerung des Feminismus. Er wurde in Schland 2001 von den Linken einfach gesetzlich oktroyiert und dient als weiteres Werkzeug zur Gleichmacherei und orwellschen Sprachokkupation, indem Ungleiches via Sanktion gleich gemacht wird, also das Gegenteil von Gleichberechtigung und Chancengleichheit ist. Eine auch nur entfernte Verwandtschaft mit Wissenschaft ist nicht gegeben, ja er selbst widerspricht sogar fundamental jeglicher wissenschaftlichen und logischen Vorgehensweise, die als “männliche Konstrukte” denunziert werden. Es ist in Schland eine ganze Frauenbevorzugungsindustrie darum entstanden, durch die jedes Pöstchen, jede Stelle im Öffentlichen Dienst, zunehmend auch in der staatlich abhängigen Wirtschaft nicht mehr nach Leistung, sondern Geschlechts- und Gesinnungszugehörigkeit vergeben wird und somit ein betrügerisches, nepotistisches System par excellance darstellt, die einzige Absicht, die sich hinter ‘Gender’ verbirgt. Im Laufe von Jahrzehnten sind alle deutschen Universitäten unterwandert worden, selbst vor MINT-Fächern wurde nicht haltgemacht und mit ungeeigneten Quotzen-“Professor*_Innen gnadenlos nach unten nivelliert. Sehr zu empfehlen ist der Blog des Informatikers Danisch http://www.danisch.de/blog/ , der den Niedergang akribisch beschreibt.

    Orban täte gut daran, nicht nur Gender, sondern die sog. “Geisteswissenschaften” gleich komplett zu schließen.

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