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Guerilla, Trianon und ein Franzose, der stolz darauf ist, in Ungarn gelesen zu werden

Die Magyar Nemzet ist die größte Tageszeitung Ungarns. Die 1938 gegründete Magyar Nemzet (dt. Ungarische Nation) ist eine führende Zeitung der Konservativen und steht der Regierung von Viktor Orbán nahe.

Lesezeit: 9 Minuten

Für Laurent Obertone, den Autor von Guerilla, gleicht Frankreich heute einem Pulverfass.

Die Hauptursache für die Terroranschläge in Frankreich ist die Einwanderung, was zum größten Teil auch die Verschlechterung der öffentlichen Sicherheit erklärt – erklärt in diesem exklusiven Interview mit Magyar Nemzet der französische Autor Laurent Obertone, dessen neuestes Buch gerade in Ungarn erschienen ist. Als einer der meistverkauften Schriftsteller in Frankreich erklärt er mit bissiger Aufrichtigkeit, wie im Land der Freiheit und der Menschenrechte diejenigen, die schlecht denken, heute unterdrückt werden. In Bezug auf Ungarn versichert er unmissverständlich, dass die Ungarn stolz darauf sein können, dass sie es geschafft haben, im Bereich der Migration nicht die gleichen Fehler wie der Westen zu machen und der Erpressung durch die Europäische Union widerstanden zu haben. „In diplomatischer Hinsicht”, fügt er hinzu, „ist es eine kostspielige Operation, und eine, für die wir den Preis zahlen müssen, aber es ist der Preis der Unabhängigkeit und Souveränität“. Obertone erzählte uns auch seine Gedanken über die Trianon-Diktatur, die gerade ihr 100-jähriges Jubiläum feierte.


– Laurent Obertone ist Ihr Pseudonym. Was bringt einen Franzosen von heute dazu, seine wahre Identität zu verbergen? In Ungarn lernt man schon in der Schule, dass Frankreich ein Vorbild  für Demokratie bzw. die Heimat von Freiheit, Gleichheit und Brüderlichkeit ist, wo niemand etwas zu befürchten hat und wo jeder seine Meinung und Gedanken äußern kann.

– Das ist es, was Frankreich zu sein scheint, aber unter der Fassade des Scheins ist die Wirklichkeit eine ganz andere. Viele von uns haben bereits gelernt, dass für jeden, der sich mit beunruhigenden und gefährlichen Themen aus der Sicht der liberalen Sphären beschäftigt, Vorsicht geboten ist. Man muss daran denken, seine Familien und seine Privatsphäre zu schützen. Genau das habe ich getan. Die Verwendung eines Pseudonyms bedeutet jedoch keine totale Verschleierung: Wo immer ich eingeladen werde, erscheine ich mit unverhülltem Gesicht.

Haben Sie jemals Drohungen wegen Ihrer Bücher erhalten?

– Ja, mehrere Male. Dies war insbesondere der Fall, als ich ein Buch über den Zustand der öffentlichen Sicherheit in Frankreich schrieb. Ich habe gezeigt, welche Rolle die Einwanderung bei der Entstehung dieser katastrophalen Situation gespielt hat. Meine Behauptungen waren fundiert und mit Quellen belegt. Daraufhin wurde ich in den liberalen Mainstream-Medien ohne irgendwelche Argumente hysterisch angegriffen. Und es ist nun zur Gewohnheit geworden.

Sobald sie jemanden nicht mögen, versuchen sie, ihn zum Schweigen zu bringen, und ignorieren einfach die Fakten, auf die sie nicht zu antworten wissen.

Im ersten Band von Guerilla erschießt ein Polizist einen drogensüchtigen Straftäter, das Video macht im Internet die Runde und nach wenigen Tagen – ja sogar Stunden – kommt es zu Unruhen, Lynchmorden, Attentaten: Die französische Gesellschaft bricht zusammen. Ist diese Geschichte dazu bestimmt, eine Fiktion zu bleiben, oder denken Sie, dass der Tag kommen könnte, an dem das, was Sie beschrieben haben, tatsächlich passiert? Würde ein Schuss wirklich ausreichen? Würde sich die französische Gesellschaft in einem so kritischen Zustand befinden?

– Nur wenige Menschen wissen das, weil die Medien es verschweigen, aber selten vergeht eine Woche ohne ein Ereignis, das uns einem solchen Szenario sehr nahe bringt. Früher oder später wird der Tag kommen, an dem es nicht mehr dabei bleiben wird, an dem ein Polizist gezwungen sein wird, seine Waffe zur Selbstverteidigung einzusetzen. Und an diesem Punkt ist es durchaus wahrscheinlich, dass uns die Kontrolle entgleiten wird.

In französischen Städten kommt es jede Nacht zu Ausschreitungen, die von den Medien natürlich nicht gezeigt werden. Vorerst handelt es sich um Bewegungen, die noch nicht koordiniert sind.

Aber alles, was die Medien tun müssten, wäre, auf einen Fehler der Polizei hinzuweisen, und das Pulverfass könnte jederzeit explodieren.

 

Dieser französische Schriftsteller ist gezwungen, unter einem Pseudonym zu veröffentlichen. Fotografie : Ring

Sie haben angefangen, Berichte und Essays zu schreiben, und dann kamen Sie mit einem Roman, der Guerilla heißt. Was hat Sie dazu inspiriert, dieses Buch zu schreiben? Die Erfahrung des Alltagslebens in Frankreich? Wollten Sie darauf aufmerksam machen, in welche Richtung sich gesellschaftspolitische Prozesse entwickelt haben und welche Folgen sie haben könnten? Sind Sie ein Prophet oder bloß neugierig?

– Es war einfach die Neugierde, die mich geleitet hat. Ich sehe schon seit langem, was falsch läuft, und die Situation wird jeden Tag schlimmer. Es ist ein beängstigender Prozess, der begonnen hat und der uns ins Chaos führt. Manche Leser haben mich einen „Visionär“ genannt, aber ich bin nur ein Typ, der sich umsieht und beschreibt, was er sieht. Anstatt zu versuchen, die Tatsachen zu verstecken, wie die französischen Mainstream-Medien es tun, lege ich eine offensichtliche Wahrheit dar, und das reicht aus, um es so aussehen zu lassen, als ob ich mit eine Art von hellseherischen Kräften besässe …

Angesichts der Ereignisse, die der Tod von George Floyd in Amerika ausgelöst hat – die Black-Lives-Matter-Bewegung, die Zerstörung von Statuen, die Auslöschung der Vergangenheit – haben diejenigen, die Ihr Buch gelesen haben, sicher alle an das gleiche Wort gedacht: Guerilla. Es ist ein Buch über Frankreich, aber die Prozesse, die Sie beschreiben, ereignen sich weltweit.

– So ist es. Alle multikulturellen Staaten sind mit diesen äußerst brisanten Situationen konfrontiert. Sie können sich verschlimmer werden, weil die Konflikte, die durch das Zusammenleben verschiedener Gemeinschaften unweigerlich entstehen, dazu führen, dass die Menschen das Vertrauen in andere verlieren. Solche heterogenen Gesellschaften verdienen es kaum mehr, Gesellschaften genannt zu werden.

Frankreich unterliegt der ungeteilten Herrschaft der liberalen Medien. Wie ist die Situation der rechten Medien? Können Ihre Gedanken, Ihre Schriften – Ihre und die von Rechtsintellektuellen wie Ihnen – ein Publikum erreichen? Ich denke dabei vor allem an das junge Publikum.

– Nicht wirklich. Die rechten Medien wurden von den großen Medienunternehmen, den „offiziellen“ Medien, ausgegrenzt und in die Enge getrieben. Einige wenige versuchen natürlich, sich zu behaupten, wie zum Beispiel die Zeitschrift Valeurs Actuelles. Außerdem haben sie mit Éric Zemmour einen sehr populären Journalisten, der dafür bekannt ist, auf die verbalen Gepflogenheiten der politischen Korrektheit zu verzichten. Aber das sind Ausnahmen.

Im Großen und Ganzen werden diejenigen, die nicht auf einer Linie liegen bzw. nicht das schreiben, was die Liberalen von ihnen verlangen, angeprangert, verleumdet und verschiedenen Formen der Erpressung (durch Familienmitglieder bzw. durch ihren Arbeitgeber) ausgesetzt und schließlich von der Medienlandschaft ausgeschlossen.

2010 waren Sie zusammen mit Michel Houellebecq zu Gast bei Präsident Nicolas Sarkozy für ein Abendessen hinter verschlossenen Türen. Houellebecq ist auch in Ungarn ein viel gelesener Schriftsteller. Ihm wird ein schwieriger Charakter nachgesagt. Wie kommt es, dass er Sie gebeten hat, ihn zu diesem Essen zu begleiten?

– Houellebecq hatte gerade den am meisten beneideten französischen Literaturpreis erhalten: den Goncourt. Er hat mich ausgewählt, weil er sich für meine damalige Arbeit interessierte. Er stellte mich Sarkozy als „den großen Polemiker von morgen“ vor. Ich für meinen Teil wäre ganz froh, nicht ständig „polemisieren“ zu müssen, aber die Zeiten, in denen wir leben, lassen mir keine andere Wahl…

Was stellt aus Ihrer Sicht die größte Bedrohung dar: die Präsenz des Islam, das rasante Wachstum ihrer Bevölkerung oder die defätistische Mentalität der liberalen Gesellschaft?

– Das größte Problem sind wir! Wir nehmen alles hin und vertrauen unser Schicksal einem unehrlichen Staat an, wir schauen, ohne etwas zu tun, auf die Zerstörung des Justizwesens und auf das Monopol der liberalen Medien, bzw. erleben wir die islamische Eroberung und die Einwanderung passiv mit. Die Franzosen sollten alles in ihrer Macht Stehende tun, um der entwurzelten Clique, die in ihrem Namen regiert, ihren Willen aufzuzwingen.

Die Figuren in Ihren Romanen wirken wie Stereotypen: Auf den ersten Blick hat man den Eindruck, als seien sie übertrieben, als würden Sie sie überspitzt darstellen, aber wenn man sich die sozialen Netzwerke anschaut, scheint jeder zweite Kommentar von der Guerilla-Figur, die Sie Zoé genannt haben, oder von dem einen oder anderen ihresgleichen geschrieben worden zu sein. Haben Sie absichtlich symbolische Charaktere geschaffen, oder haben Sie sich oft vom wirklichen Leben inspirieren lassen?

– Diese Charaktere sind vollkommen real, denn das französische politische Leben ist voll von stereotypen Darstellern: der Politiker, der Journalist, der Student oder der Aktivist – sie alle haben die Sprache, die man sich erwarten würde. Das ist es, was wir die Gemeinschaft der Feiglinge nennen. Alles, was ich tun musste, um dieses Fresko unserer Zeit zu malen, war, sie zu beobachten.

Der zweite Band von Guerilla mit dem Titel Le temps des barbares (dt. Die Zeit der Barbaren) ist in ungarischer Übersetzung genau am 29. Oktober, zur Zeit des Terroranschlags in der Basilika Notre-Dame in Nizza erschien, bei dem Islamisten eine Christin enthaupteten. Was halten Sie von der jüngsten Terrorwelle in Europa?

– Ich muss sagen, dass die Medien diesen Anschlag noch schneller vergessen haben als frühere Anschläge. In Frankreich wurde mehr über den Polizisten gesprochen, der in Paris einen Migranten überfahren hatte, als über die drei Franzosen, die in der Kirche in Nizza massakriert wurden. Als der Studienrat Samuel Paty enthauptet wurde, schob man alles auf Karikaturen und auf unsere koloniale Vergangenheit. Es spielt keine Rolle, dass das Gleiche ein paar Tage später in Österreich und in der Schweiz passiert ist. Die Realitätsverweigerung geht weiter. Vor ein paar Jahren versicherten uns die liberalen französischen Medien, dass sich Terroristen nicht mit Migranten vermischen könnten. Es stellte sich aber heraus, dass jeder der letzten drei Anschläge auf französischem Boden von einem Migranten begangen wurde.

Die Geheimdienste betrachten offiziell mehr als viertausend gefährliche Migranten als potenzielle Terroristen. Außerdem halten sich mehrere hundert von ihnen illegal auf französischem Staatsgebiet auf! Im Allgemeinen sind fast alle Terroristen Einwanderer. Statistisch gesehen ist die Einwanderung die Hauptursache für Terrorismus und der Hauptgrund für die Gefährdung der öffentlichen Sicherheit.

In Le temps des barbares geht es um eine Gesellschaft, die bereits um ihr Überleben kämpft, und um den Leidensweg, den sie durchmacht und den Sie uns schildern. In Zeiten des Zusammenbruchs werden Städte zu einer Hölle ohne Wasser, Strom, Krankenwagen oder Polizei. Die Landschaft wird dem Bandenwesen überlassen. Als ich Sie las, dachte ich, dass Guerilla auch als Überlebenshandbuch verwendet werden könnte. War das Ihre Absicht?

– Ja, ich möchte die Aufmerksamkeit auf das Ausmaß unserer Abhängigkeit lenken. Wir haben uns zu sehr daran gewöhnt, unsere Verantwortung zu delegieren. Die Gesellschaft versorgt uns mit allem, aber die Realität ist, dass das System zerbrechlich ist, vor allem im Falle einer Katastrophe. Wenn der Zusammenbruch mal beginnt, dann werden die Bürger unter entsetzlichen Bedingungen sich selbst überlassen. Und darauf ist niemand vorbereitet.

 

Laurent Obertone freut sich über den Erfolg seiner Bücher in diesem Ungarn, „das mit beiden Beinen auf dem Boden steht“.

Kennen Sie Ungarn? Was halten Sie von unserem Land? Wussten Sie, dass sich immer mehr Westeuropäer – Franzosen, Holländer, Deutsche – hier niederlassen?

– Das wundert mich nicht!

Ungarn ist ein atemberaubendes Land – ein Land, das die Fehler des Westens nicht gemacht hat und seinen Verstand bewahrt zu haben scheint, indem es sogar der Erpressung durch die Europäische Union widersteht. Diplomatisch gesehen ist dies eine teure Option, für die man einen gewissen Preis zahlen muss, aber es ist der Preis von Unabhängigkeit und Souveränität.

Es ist ein Land wie dieses, das meine Landsleute sich wünschen, weil sie das Gefühl haben, dass sie in den Augen ihrer eigenen Regierung nichts zählen.

Hier in Ungarn begehen wir in diesem Jahr den 100. Jahrestag des Vertrags von Trianon. Am Ende des Ersten Weltkrieges, 1920, war es dieses Diktat, das mit der Komplizenschaft Frankreichs verabschiedet wurde und durch das unser Land zwei Drittel seines Territoriums und ein Drittel seiner ungarischsprachigen Bevölkerung verlor. Wenn wir hier über die Franzosen sprechen, ist das immer der erste Gedanke, der uns einfällt. Hatten Sie davon gehört? Was halten Sie davon?

– Es ist eine schreckliche Episode in unserer Geschichte. Alles, was wir Franzosen tun können, ist, die berechtigte Verbitterung der Ungarn in dieser Hinsicht zu verstehen.

Ich stelle mir vor, dass die Ungarn nicht dem französischen Volk die Schuld geben (so etwas hätte es nie getan), sondern den Politikern, die uns führen – und das ist eine andere Geschichte.

In moralischer Hinsicht ist die Europäische Union bereits gespalten: Polen und Ungarn – und allgemeiner die Visegrád-Gruppe und Mittelosteuropa – sind zur neuen „Dissidenz“ geworden, die sich weigert, die liberalen gesellschaftlichen Doktrinen zu huldigen – LGBT-Rechte, Homo-Ehe, Einwanderung, offene Gesellschaft usw. Was denken Sie, wozu diese Prozesse führen können? Glauben Sie, dass es im Westen noch möglich ist, den Trend umzukehren?

– Das „fortschrittliche“ Lager verfügt über die gewaltige Schlagkraft der liberalen Medien, des internationalen Finanzsystems, der multinationalen Unternehmen, der Kulturwelt sowie der Mehrheit der Staaten und der technologischen Giganten. Allerdings beginnen die Bürger ihrerseits, die Augen zu öffnen, so dass das Spiel eng werden wird. Ich bin überzeugt, dass noch nichts verloren ist: Die öffentliche Meinung könnte sehr schnell auf unsere Seite kippen.

Unser größter Feind sind wir selbst: unser Konformismus, unsere Resignation, unser Mangel an Glauben…

Wenn wir akzeptieren, dass alles verloren ist und nichts dagegen tun, ist die Niederlage unausweichlich. Aber heutzutage haben immer mehr Franzosen die Nase voll; sie werden sich plötzlich ihrer Probleme bewusst und beschließen, den Lauf der Dinge zu ändern.

In Ungarn sind die beiden Bände Ihres Romans Guerilla ein großer Erfolg. Was prädisponiert Ihrer Meinung nach die Ungarn dazu, dem, was Sie sagen, Aufmerksamkeit zu schenken?

– Die Ungarn interessieren sich für das, was im Westen passiert, und sie haben Recht. Im Moment sind wir Franzosen das beste Beispiel für alle Fehler, die man machen kann.

Was mich betrifft, so bin ich sehr stolz darauf, in einem Land wie Ungarn gelesen zu werden: einem Land, das mit beiden Beinen auf dem Boden steht.


Ein ungarischer Verlag, der in allen Ländern der Visegrád-Gruppe präsent ist

Bei dieser Gelegenheit entdeckt Magyar Nemzet auch, dass der ungarische Verlag von Guerilla das Werk Laurent Obertones auch in Tschechien, in der Slowakei und in Polen herausgegeben hat.

Als ungarischer Verlag – so Kárpátia Stúdió – wären wir schon lange gerne in diesen drei Ländern präsent gewesen und hätten damit auch zur internationalen Anerkennung unseres Landes beigetragen, denn es ist die erste kulturelle Präsenz dieser Art innerhalb der Visegrád-Gruppe. Auf der weltpolitischen Bühne ist Ungarn einer der Haupttreiber der Opposition gegen illegale Einwanderung, und spielt eine noch wichtigere Rolle bei der Zusammenarbeit innerhalb der Visegrád-Gruppe. Diese Bemühungen werden angemessen durch kulturelle Produkte ergänzt, die, basierend auf realen Fakten, auf die Gefahren der Einwanderung aufmerksam machen.

In Ungarn erschien im Oktober 2019 der erste Teil des Romans Guerilla (Der Tag, als alles in Flammen aufging) bei Kárpátia Stúdió. Der Band erreichte in ziemlich  kurzer Zeit vier aufeinanderfolgende Auflagen. Die ungarische Übersetzung des zweiten Teils mit dem Titel Le temps des barbares wurde im Oktober 2020 herausgegeben. Diese Bücher zeigen mit erstaunlicher Anschaulichkeit die möglichen Folgen des Weges, auf den unverantwortliche Politiker die Länder Westeuropas gebracht haben. Und doch sind die beängstigendsten Szenen des Romans keine Beschwörungen von Gewalt und Zerstörung, sondern jene, in denen Vertreter einer liberal gehirngewaschenen Gesellschaft – Antifas, Menschenrechtsextremisten, Linksradikale – auftreten. Selbst im Angesicht des endgültigen Zusammenbruchs, der sich vor ihren Augen abspielt, bleiben sie unfähig zu begreifen, was sie Europa angetan haben.

 

Tamás Pataki